Kommentar

Eine gespaltene Gemeinde

Fabienne Sennhauser zum verbalen Schlagabtausch an der Kirchgemeindeversammlung.

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Die Situation in der katholischen Kirche Zollikon-Zumikon ist verfahren. Nach der Freistellung der Religionslehrerin ist die Gemeinde gespalten. Das zeigte auch die Kirchgemeindeversammlung vom Montag. Gut dreieinhalb Stunden dauerte der Schlagabtausch zwischen den besorgten Eltern und der Kirchenpflege. Nährboden für den Konflikt bietet vor allem die Tatsache, dass ein definitiver Entscheid um die Zukunft der beliebten Pädagogin nach wie vor aussteht.

Die Fronten sind verhärtet. Dass ein Pfarrer eine ihm unterstellte Lehrerin in einem internen Schriftenwechsel als «Gesindel» bezeichnet, lässt tief blicken. Ihm gegenüber steht eine Gruppe Eltern, die sich bedingungslos hinter ebendiese Lehrerin stellt. Sie akzeptiert nur deren weitere Anstellung und droht mit dem Kirchenaustritt, wird ihrem Begehren nicht entsprochen.

Es stellt sich die Frage, inwiefern es der Lösungsfindung dienlich ist, die Kirchenpflege an einer Versammlung mit 51 Fragen zu ein und demselben Thema zu bombardieren. Dass die Kirchenpflege im vorliegenden Fall auf ihre Schweigepflicht verweist, war zu erwarten und kann dem Rat nicht als Schwäche ausgelegt werden. Wo käme eine Institution hin, würde sie jeder privaten Forderung nach Informationen über interne Entscheidungen Rechnung tragen.

Wichtig ist jetzt, dass schnell ein definitiver Entscheid fällt und dieser auch umgehend kommuniziert wird. Nur so kann das Gemeindeleben wieder in ruhigere Bahnen gelenkt werden.

Erstellt: 27.11.2018, 18:13 Uhr

Fabienne Sennhauser, Redaktorin.

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