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Ein vernünftiger Entscheid

Conradin Knabenhans zum Ausgang der Jonacenter-Abstimmung in Rapperswil-Jona.

Endlich hat eine Mehrheit der Stadtbevölkerung die Betonköpfe gestoppt. Die Stimmbürger haben begriffen, dass die Stadtentwicklung von Rapperswil-Jona nur in Angriff genommen werden kann, wenn man einen ersten Schritt wagt. Verdichtetes Bauen heisst nicht, die gesamte Stadt zuzubetonieren, sondern an jenen Orten geschickt grösser zu bauen, wo es sich anbietet.

Das Gebiet im Osten der Stadt ist dafür prädestiniert. Das Quartier um das bestehende Jona-Center liegt an einer Verkehrsachse und um eine hässliche Industriebrache. Die Stimmbürger haben dies erkannt. Nicht zuletzt weil sich die Gegner des Projekts nicht sonderlich geschickt anstellten und in Leserbriefen etwa argumentierten, den Kinder in den Hochhäusern würde dannzumal das Tageslicht fehlen oder als Nachbar sitze man nach dem Bau des Jona-Centers im Schatten einer «gefühlten Eigernordwand».

Als Trendwende in Rapperswil-Jona sollte man das Ergebnis allerdings nicht bewerten. Grosse Teile der Bevölkerung und wohl manch ein Urnenabstinenzler sehen die Verdichtung nach wie vor kritisch. Im Herzen ist die Stadt eben doch noch ein Dorf.

Stadtrat Thomas Furrer sprach denn auch von einer regelrechten «Knochenarbeit» die Mehrheit von 58 Prozent zu erreichen. Beim Jona-Center hat dies jetzt nur geklappt, weil ein breit abgestütztes Ja-Komitee und der Stadtrat selbst das Feld nicht einfach den Gegnern überlassen hatte, wie das etwa noch beim Projekt St. Gallerstrasse der Fall war. Dieses Engagement muss nun weiterbestehen. Denn die Stadtentwicklung ist nicht an ein konkretes Projekt gebunden. Ob im Westen oder Osten von Rapperswil-Jona: Sie geht uns immer alle etwas an.

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