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Das System krankt

Conradin Knabenhans zum Rücktritt von Christian Holderegger.

Christian Holderegger hat die Reissleine gezogen. Dass sich der Gemeindepräsident von Uznach in seinem Amt nicht wohl fühlt, das war oft deutlich spürbar. Und doch kommt sein Rücktritt überraschend. Natürlich kann man dem aus Gerlafingen zugezogenen FDP-Mann vorwerfen, sich zu wenig auf das Amt vorbereitet zu haben. Und dennoch darf man Holdereggers Überforderung nicht nur ihm selbst anlasten.

Dass ein Gemeindepräsident nach nur zwei Jahren den Bettel hinschmeisst, das hat auch viel mit dem St. Galler Politsystem zu tun. Finden die Parteien keinen Kandidaten in den eigenen Reihen, gehen sie extern auf die Suche. Das Casting für den «Gemeinde-Manager» läuft über die Kantonsgrenzen hinaus. Kein Wunder weiss ein Solothurner nicht, wie das Geschäft politisch in St. Gallen läuft – geschweige denn, dass man als Gemeindepräsident noch in der Verwaltung arbeiten muss.

In der St. Galler Politik bedarf es einer Korrektur dieses Systems: Die Lokalparteien müssen endlich für Nachwuchs sorgen. Und: Wer Gemeindepräsident werden will, sollte bereits einige Zeit in der entsprechenden Gemeinde gewohnt haben. Dass man in eine Gemeinde erst dann ziehen muss, wenn man die Wahl geschafft hat, zeigt deutlich wo das System krankt. Dass die Kantonalparteien, so hört man, schon eifrig einen Kandidaten für das Rapperswil-Joner Schulpräsidium suchen, sollte die Lokalparteien der Stadt nach dem Vorkommnissen in Uznach erst recht hellhörig machen.

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