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Von Sauschwaben und Kuhschweizern

Eine Kolumne von Pascal Jäggi.

Schon im Mittelalter wurden die Eidgenossen als Kuhschweizer verspottet. Irgendwann kam dann die Retourkutsche Sauschwab, ein Ausdruck, den Ewiggestrige heute noch für alle Deutschen anwenden. Auch wenn die eigentlich Preussen oder Bayern sind. Es wäre nun vermessen, jeden, der solche Ausdrücke benutzt, als Ewiggestrigen zu bezeichnen. Manchen rutscht der unschöne Fluch wohl über die Lippen, wenn sie sich ganz besonders aufregen.

So zum Beispiel ein 53-Jähriger Automobilist, Schweizer natürlich. Zwischen Horgen und Wädenswil überholte er im Sommer 2018 einen Velofahrer. Dabei liess er das Seitenfenster runter und beschimpfte den Nichtsahnenden mit dem entsprechenden negativen Ausdruck für unsere nördlichen Nachbarn und verstärkte ihn noch durch ein herzhaftes «du huere». Doch damit nicht genug.

Kurz darauf hielt der 53-Jährige seinen Wagen an und liess ihn mitten auf der Fahrbahn stehen. Er begab sich aus seinem Auto, lies die Tür offen und lief mit erhobenen Fäusten auf den Velofahrer zu. Er stiess das noch immer auf dem Velo fahrende Opfer mit beiden Händen gegen den Oberkörper. Mit Glück konnte dieses sich auf dem Velo halten und wurde nicht verletzt. Der Wutausbruch reicht der Staatsanwaltschaft aber, um den Beschuldigten wegen Beschimpfung, Tätlichkeiten und einfacher Verletzung der Verkehrsregeln zu verurteilen.

Der Schweizer kassiert eine kleine Geldstrafe von 10 mal 50 Franken, die er nicht bezahlen muss, sollte er in den nächsten zwei Jahren unauffällig bleiben. Für eine Busse von 300 Franken muss er aber aufkommen. Wieso der Beschuldigte dermasssen ausgeflippt ist, kann nicht beantwortet werden. Ob er in Zukunft auf aggressives Verhalten und degradierende Ausdrücke im Strassenverkehr verzichten wird, muss er für sich selber entscheiden.

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