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Von einem naiven Schwindler und einem besorgten Regierungsrat

Welche Ereignisse und Themen bewegten die Menschen am Zürichsee im Juli 1919? Ein Blick in unser Zeitungsarchiv.

Im Juli 1919 berichtete der «Anzeiger des Bezirkes Horgen» von einem Schwindler, der sich in Rüschlikon umtrieb. Ein Reisender aus dem Toggenburg hinterging einen Rüeschliker mit einem «krassen Schwindel», wie es damals hiess. Unter falschem Namen hatte der Mann einem unerfahrenen Bürger anstelle eines Stückes wertvollen Platins einen gewöhnlichen Eisenbarren für einen «grossen Geldbetrag aufgeschwatzt». Nach der Tat flüchtete der Ganove mit der ergaunerten Beute in die Innerschweiz. Kurz darauf kam der Ganove wieder an den Zürichsee zurück, um den nächsten nichts ahnenden Rüeschliker übers Ohr zu hauen. Er liess sich auf ein «Rendez-vous» mit einem Interessenten ein. Dummerweise war sein Gegenüber ein getarnter Polizist, weshalb der geplante Coup denn auch sein letzter war.

Zur gleichen Zeit berichtete der «Allgemeine Anzeiger vom Zürichsee» auch über die Geschehnisse in den rechtsufrigen Gemeinden. In Stäfa ereignete sich ein Autounfall auf der Bergstrasse,«glücklicherweise ohne ernstliche Nachteile zu verursachen» – allerdings mit prominenter Besetzung. Es waren Regierungsrat Fritz Ottiker und dessen Sekretär, die mit einem Auto des Kantons auf Inspektionstour waren. Um 12 Uhr überholten sie den Sekundarschüler Robert auf seinem Fahrrad. «Das Auto streifte das Velo, und der Knabe wurde zu Boden geworfen», hiess es damals. Der Regierungsrat hielt sofort an und brachte den Jungen mit aufgeschürftem Knie höchstpersönlich zum nahegelegenen Dorfarzt.

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