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Verkehrskadetten leben gefährlich

BMW gegen Verkehrskadett – eine Kolumne von Pascal Jäggi.

Sie erfüllen wichtige Aufgaben, die Verkehrskadetten. Ob bei Sportanlässen, Strassenbaustellen oder Musikfestivals, bei Sonne oder Regen, sie stehen auf der Strasse und regeln den Verkehr. Das kann niemanden stören, könnte man meinen. Doch immer wieder erscheinen Polizeimeldungen über wütende Autofahrer, die ausrasten. Das geht dann ungefähr so: «Rapperswil-Jona: Cabrio-Lenkerin fährt Verkehrskadetten an und haut ab», oder «Adliswil: Verkehrskadett über den Fuss gefahren – Polizei sucht BMW-Fahrer».

In Stäfa kam es im September 2018 zu einer gefährlichen Situation. Ein damals 27-Jähriger fuhr auf der Seestrasse Richtung Rapperswil-Jona. Auf der Höhe der grossen Kreuzung mit der Oberlandstrasse, wo sonst Ampeln in Betrieb sind, regelten Verkehrskadetten den Verkehr. Als der 27-Jährige auf die Kreuzung zufuhr, hielt der Kadett den Arm hoch – ein klares Stoppzeichen. Doch der Lenker schien das nicht zu bemerken und fuhr einfach am Verkehrskadetten vorbei.

Spätestens als der Vorfall untersucht wurde, hatte auch der unaufmerksame Fahrer gemerkt, was passiert war. Der Vorwurf war happig, die Untersuchung wurde wegen Gefährdung des Lebens geführt. Das hätte für den Handwerker unangenehme Folgen haben können, etwa einen längeren Verlust des Fahrausweises. Allerdings fand die Staatsanwaltschaft anscheinend nicht genug Hinweise, dass der Autofahrer sehr knapp am Kadetten vorbeigefahren war. Denn sie verurteilt den Beschuldigten nur wegen fahrlässiger Verletzung der Verkehrsregeln. Der Mann kommt mit einer Busse von 250 Franken davon. Offensichtlich ist er tatsächlich aus Unaufmerksamkeit einfach über die Kreuzung gefahren. Sein Glück, dass er genug Abstand zum Verkehrskadetten hielt – oder dieser rechtzeitig den Weg freigemacht hat.

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