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Stäfa und Horgen wie die Grossen

Eine Kolumne von Christian Dietz-Saluz.

Was haben der Deutsche Bundestag, die Französische Nationalversammlung und die Gemeindeversammlungen in Stäfa und Horgen gemeinsam? Die Sitzordnung. Wenn man in den Saal läuft, sitzen links die Vertreter von SP und Grünen, rechts jene von FDP und SVP. Vom politischen Sprachgebrauch passt das. Seit der Französischen Revolution vor über 200 Jahren gibt es daher die Linke und die Rechte in der Politik.

Ob Stäfa und Horgen diesem Vorbild folgen, ist jedoch ungewiss. Es sind überlieferte Regeln, die heute niemand zu begründen weiss. Das Stäfner SP-Urgestein Peter Frikart sagt: «Seit ich in der SP bin – und das sind auch schon gut 45 Jahre – ist es so. Schon mir wurde gesagt, ‹mir hocket i de Chile denn links›, es scheint sich einfach so eingebürgert zu haben.» Peter Frey von der SVP Stäfa kennt ebenfalls keine plausible Erklärung: «Nichts abgemacht, das ist wohl Zufall, weil, an einer Beerdigung sass ich kürzlich auf der linken Seite, das würde mir an einer Gemeindeversammlung nie einfallen.»

Für den Horgner Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli «sitzt man nur beim ersten Mal falsch». Aus seiner Sicht von der Bühne erscheint allerdings alles umgekehrt. Dann sitzt die Linke auf der rechten Seite im Schinzenhofsaal, die Rechte links. Im Schweizer Nationalrat hingegen ist die Linke vom Rednerpult aus gesehen tatsächlich links platziert, die Rechte rechts. Für die Zuschauer auf der Tribüne hingegen passt das Seitenschema andersherum nicht. Was nur beweist, wie relativ politische Positionen sind.

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