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Sozialhilfe für den Liebesguru

Eine Kolumne von Pascal Jäggi.

Freiwillig wird wohl kaum einer Sozialhilfeempfänger. Für viele ist die Vorstellung, beim Staat um Geld betteln zu müssen, schrecklich. Ein gutes Leben bringt die Sozialhilfe ja auch nicht. Und die Regeln sind streng. Das merkt man an regelmässigen Strafbefehlen wegen unrechtmässig bezogener Sozialleistung.

Da gibt es kleine Fälle wie den Kosovaren, der einen Monat lang in einem Restaurant in Kilchberg gearbeitet hatte. Dabei gestaltete er Flyer und half bei der Silvesterparty aus. Dafür bekam er nicht mal einen Lohn. Dennoch hätte er das angeben müssen. Da er gratis essen konnte, hätte ihm das Budget fürs Essen gekürzt werden müssen.

Schon ziemlich schamlos hat sich ein Schweizer verhalten. Obwohl er Sozialhilfe von der Gemeinde Küsnacht erhielt, verschwieg er, dass er fast zwei Jahre für eine Security-Firma gearbeitet hat. Hätte er den nicht besonders lukrativen Job gemeldet, wären ihm 24’000 Franken weniger ausbezahlt worden. Er wird mit einer bedingten Geldstrafe von 120 mal 30 Franken und einer Busse von 900 Franken bestraft.

Und dann gibt es noch Sozialhilfebezüger, die ihre ungewollte Freizeit kreativ nutzen. Ein 21-Jähriger aus Uetikon bezog eineinhalb Jahre lang Sozialhilfe. Nebenbei betrieb er eine kostenpflichtige telefonische Liebesberatung. Was originell klingt, ist strafbar, weil er den Verdienst, rund 34’500 Franken, nicht bei der Gemeinde meldete. Die Staatsanwaltschaft verurteilt den Schweizer zu einer bedingten Strafe von 90 mal 30 Franken und einer Busse von 700 Franken. Wie erfolgreich seine Beratung war, ist nicht bekannt.

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