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Marc Hünerwadel, 29, Zollikerberg

Die ZSZ befragt in ihrer Serie Menschen mit ungewöhnlichen Namen. Heute: Marc Hünerwadel aus Zollikerberg.

«In der Primarschule wurde ich meistens Chicken genannt. Viele Leute wussten wohl gar nicht, wie ich eigentlich zum Vornamen heisse. Einige Freunde benutzen den Spitznamen immer noch. Bei Reservierungen in Restaurants werde ich zu 98 Prozent falsch verstanden. Da heisst es dann Hühnervogel oder Hühnerwald. Ich erkläre den Namen dann folgendermassen: Wie das Tier aber ohne zweites H, gefolgt vom Körperteil. Die Leute können es teilweise gar nicht fassen. Das hat auch meine Urgrossmutter erlebt. Sie lebte am Spechtweg. Frau Hünerwadel am Spechtweg, das klang für einige ihrer Gesprächspartner nach Veräpplung, sodass sie ihr einfach das Telefon aufgelegt haben. Es gibt nur eine Familie Hünerwadel, wir sind alle irgendwie miteinander verwandt. Ab und zu treffe ich mich mit meinen Leidensgenossen zum Hünerwadeltag. Da gehen wir den Spuren unseres Geschlechts nach. Wir stammen aus dem Aargau, und in Lenzburg steht das Hünerwadelhaus. Es gibt viele Theorien, woher der Name kommt, aber obwohl einige meiner Verwandten lieber eine andere Geschichte hätten, ist wohl das Tier der Namensgeber. Auf dem Familienwappen ist schliesslich ein Hahn auf einer Sichel zu sehen. Ich mag meinen Namen, aber meine Freundin ist weniger überzeugt. Im Militär war der Name hingegen legendär. Die Namensschilder auf der Uniform können ausgetauscht werden und wurden fleissig gehandelt. Hühnerwadel war sehr begehrt. Als ich alle meine Diensttage absolviert hatte, gab ich mein Namensschild einem guten Kameraden weiter. Er trug ihn bis zu seinem Dienstende.»

Haben auch Sie einen speziellen Namen? Melden Sie sich: webredaktion@zsz.ch.

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