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«Kaninchentöter» oder gar nichts

Eine Kolumne von Pascal Jäggi.

Kürzlich war in einer Polizeimeldung zu lesen, dass ein Winterthurer tragischerweise an einer Schussverletzung verstorben ist. Diese hatte er sich beim Hantieren mit einem sogenannten Kaninchentöter zugezogen. Waffenbanausen macht der Name der kleinkalibrigen Pistole stutzig. Was haben solche Waffen mit Kaninchen zu tun? Sehr viel, wie ein Fall aus dem Bezirk Meilen zeigt.

Bei einem Rentner hat das Veterinäramt angeklopft. Der Mann hielt in einem umgenutzten Hühnerstall mehrere Kaninchen. Immer wieder mal tötete er auch einige der Tiere. Zwischen 2016 und 2018 benutzte er dafür – es wird unappetitlich – einen Holzstock. Damit betäubte er die Tiere vor dem Ausblutenlassen nur. Das Veterinäramt hält fest, dass er eben einen Kaninchentöter hätte benutzen müssen. Offenbar war der Mann nicht im Besitz einer solchen Waffe, obwohl es dafür noch nicht einmal einen Waffenschein braucht.

Bei der Kontrolle fielen den Mitarbeitenden des Veterinäramts noch einige weitere Ungereimtheiten auf. Das klingt dann ähnlich wie bei einer Kontrolle auf einem Bauernhof. So war der Boden des Stalls nicht genügend eingestreut und die Wasserbecken übermässig verschmutzt. Auch bei den Tieren war nicht alles in Ordnung. Ein Rammler und fünf Jungtiere hatten keinerlei Rückzugsmöglichkeit, ein Jungtier wies einen massiven Ausschlag aus. Ein Rammler hatte viel zu lange Krallen, ein anderer hauste in einem zu kleinen Stallabteil. Ein Jungtier wurde allein gehalten, und generell war das Licht im Stall zu schwach. Für den Rentner haben all diese Verstösse Konsequenzen, die vergleichsweise harmlos sind. Er muss eine Busse von 800 Franken bezahlen. Ob er sich mittlerweile einen Kaninchentöter zugelegt hat, ist nicht bekannt.

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