Ins Fettnäpfchen getreten

Miniaturen des Alltags – Eine Kolumne von Mirjam Bättig-Schnorf

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Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass sich der dringende Bedarf nach einem Tierarzt mit Vorliebe an Wochenenden, Feiertagen oder während der Ferien einstellt. So erleben wir es in der Familie jedenfalls mit den Notfällen unserer Haustiere. Das Gute daran: Man kann sich bereits im Voraus darauf einstellen, dass die Rechnung mindestens 150 Franken – die Notfallpauschale – betragen wird. Der Nachteil: Man muss seinen kranken Hund oder das verletzte Büsi mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer nicht vertrauten Person behandeln lassen.

Nanook fand es jedenfalls gar nicht toll, als er sich in der Notfallpraxis einem Fremden gegenübersah. Er zitterte am ganzen Körper und weigerte sich, auf die Waage zu stehen. Unser Weisser Schäferhund hatte eine Tafel schwarze Schokolade gefressen. Leider ist das darin enthaltene Theobromin für die Vierbeiner gefährlich. Der Arme sollte deshalb vom Tierarzt eine Spritze bekommen, um sich danach diskret des Mageninhalts zu entledigen. Doch dafür musste erst sein Gewicht bekannt sein.

Nach einigen erfolglosen Versuchen machte der Tierarzt kurzen Prozess, schnappte sich den Hund und stand gemeinsam mit ihm auf die Waage. Der Zeiger stoppte bei 130 Kilo. «Dann ist Ihr Hund 30 Kilogramm schwer», gab der Arzt bekannt. Ich schaute ihn ungläubig an, und mir entschlüpfte der folgenschwere Satz: «Aber Sie sind doch bestimmt nicht 100 Kilo schwer?» Sofort schämte ich mich in Grund und Boden, während er kleinlaut: «Doch» murmelte. Mein Blick fiel auf den Hundenapf auf dem Praxisboden, und der erinnerte mich an einen anderen Napf: den Fettnapf, in den ich gerade getreten war.

Erstellt: 04.02.2019, 16:11 Uhr

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