Dorfgeflüster

In den Sümpfen von Meilen

Nicht einmal das Altglas hatten sie entsorgt, diese Flaschen – eine Kolumne von Michel Wenzler.

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Da wollte er etwas Gutes tun und dann das – Banker und SVP-Nationalrat Thomas Matter, der in Meilen an gediegener Lage in einer Villa im toskanischen Stil wohnt, ist bitter enttäuscht worden. Von wem? Natürlich: von einigen unanständigen grün-alternativen Weltverbesserern. Der Politiker hat ihnen ein Bauernhaus, das ihm in Meilen gehört, vermietet. Und dies zu einem fairen Preis: Nur 1000 Franken wollte er monatlich von der Wohngemeinschaft, in der durchschnittlich fünf Personen lebten.

Dass in dem Haus politisch anders Gesinnte wohnten, störte ihn offenbar nicht. Sie sollten die Möglichkeit haben, sich hier zu entfalten, bis er die notwendigen Bewilligungen für die geplante Renovation des Hauses hatte. Und wie sie dies taten! In Matters im Internet ausgestrahltem Videoblog «In den Sümpfen von Bern» zeigte der Hauseigentümer einige eher unappetitliche Bilder. Nachdem er die Bewilligung für den Umbau erhalten und seinen Mietern ordentlich gekündigt hatte, hinterliessen die Bewohner die Liegenschaft in desolatem Zustand. Müll im Keller und verderbliche Lebensmittel im Kühlschrank blieben zurück. Sogar das Bett mit ungewaschener Bettwäsche liessen die Bewohner da. Nicht einmal das Altglas hatten sie entsorgt, diese Flaschen.

Kurz: Matter hätte seine Sendung für einmal auf den Namen «In den Sümpfen von Meilen» umtaufen müssen. Verständlich ist seine Empörung. «Einfach eine Riesenschweinerei», sagt er im Beitrag. «Ich glaubte eigentlich, ich liesse ein paar linke Idealisten ein paar Jahre günstig wohnen. Aber offenbar leben sie anders, als sie es predigen.»

Immerhin eine gute Nachricht gibt es aber für den Banker: Besagte Links-grün-Alternative scheinen zumindest Vertrauen in den Bankenplatz Schweiz zu haben. Jedenfalls horteten sie ihr Geld, wenn sie denn welches hatten, bestimmt nicht in ihrer Matratze. Sonst hätten sie diese mitgenommen.

Erstellt: 28.11.2019, 08:55 Uhr

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