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Erika Schmutz, 77

Die ZSZ befragt in ihrer Serie Menschen mit ungewöhnlichen Namen. Heute: Erika Schmutz aus Oberrieden.

«Seit meiner Heirat 1964 lebe ich mit dem Namen Schmutz. Zu ihm gibt es eine interessante Geschichte. Im 15. Jahrhundert wanderten drei Brüder mit dem Namen Schmutz vom Elsass in die Schweiz ein. Einer ging in den Kanton Bern, einer in den Kanton Freiburg und einer liess sich im Kanton Basel-Landschaft nieder. Von Letzterem stammt auch die Familie meines Mannes ab. Denn von welchem der drei Brüder Schmutz man abstammt, kann man jeweils gut am Dialekt erkennen. Herausgefunden hat dies ein beauftragter Spezialist – und nachzulesen ist es inzwischen auch in unserer Familienchronik.

Damals war es bei einer Heirat natürlich keine Frage, ob ich den Namen annehme oder nicht, das war einfach keine Option. So war ich dann plötzlich eine Schmutz. Es gab immer wieder Situationen, in denen ich merkte, dass es dem Gegenüber etwas unwohl war, meinen Namen auszusprechen. Gerade früher hatten die Leute noch mehr Hemmungen, den Namen laut zu sagen, sie hatten manchmal wohl auch Zweifel, ob sie ihn denn richtig verstanden hätten. Da half dann meistens, einfach direkt zu sagen Schmutz wie Dreck.

Heute würde ich meinen ledigen Namen behalten, jedoch nicht, weil mir Schmutz nicht gefällt. Vielmehr, weil ich keinen Grund sehe, wieso man als Frau per se den Namen des Mannes annehmen sollte.

Zum Schluss noch eine Anekdote aus den ledigen Zeiten meines Ehemannes: Mein Schwiegervater pflegte früher jeweils zu meinem Mann zu sagen: «Heirate einfach nie eine Fink.»

Haben auch Sie einen speziellen Namen und möchten darüber erzählen? Melden Sie sich: webredaktion@zsz.ch oder Telefon 044 928 55 55.

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