Gastro

Ein Volltreffer – nicht nur für Schützen

Ein Besuch im Restaurant Schützenstube in Küsnacht.

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Die Ankündigung ist vollmundig: «Ein Schluck Herzblut, eine Prise Enthusiasmus und eine Handvoll Leidenschaft» – das sei das Rezept der neuen Wirte im Restaurant Schützen­stube in der Küsnachter Allmend, die der gutbürgerlichen Küche mit Renés persönlicher Raffinesse zugrunde liege. So steht es auf der Website des Restaurants geschrieben, seit René und Martina Thieme dort im Februar das Zepter übernommen haben. Als Allmendler sind wir gespannt, ob die Neuen halten, was sie versprechen.Unser erster Eindruck an einem frühen Sonntagabend ist positiv. Wir werden herzlich willkommen geheissen. Und ­haben Glück: Das Restaurant ist gut besucht, wir haben nicht reserviert – aber ein Tisch auf der Terrasse mit dem wunderbaren Blick gen Uetliberg ist noch frei. Der Junior bekommt sogleich ein bemalbares Tischset und Farbstifte. Zum Studium der Speisekarte gönnen wir uns ein Glas Seerose Cuvée Claris – eine Assemblage aus Riesling-Silvaner, Räuschling, Muscat – von Gottlieb Welti Weine (5 Fr./dl). Und sind positiv überrascht.

Essenstechnisch schwanken wir: Solls der Schützenbraten sein? Oder lieber die Aubergine mit Couscous? Oder das Tagesgericht? Ein Saibling auf einem Pastasalat mit Ratatouille? Oder ein Schützen-Caesar-Salad mit Pouletbrust? Einer schwankt nicht. Der Sechsjährige möchte Schnipo mit Pommes (13.50 Fr.) Das Gericht wird kindgerecht schnell gebracht. Ebenso rasch verschwindet das Schweineschnitzel, das für eine Kinderportion gar nicht einmal so klein ist, wieder vom Teller. So gut ist es mit seiner angenehm diskreten Panade. Ebenso gut sind die Pommes frites, kräftig im Geschmack, ohne versalzen zu sein oder im Öl zu ertrinken.

Wir stimmen uns derweil mit der Tagessuppe – einer schmackhaften Rüeblisuppe (7.50 Fr.) – und einem nett präsentierten, offensichtlich frischen, gemischten Blattsalat mit Croûtons (9.50 Fr.)auf die Hauptgänge ein. Wir haben uns schliesslich für einen Schützenbraten mit Kartoffelstampf und Gemüse-Kräuter-Vinaigrette (29.50 Fr.) und für einen Schützen-Caesar-Salad mit Pouletbrust (21.50 Fr.) entschieden. Und werden nicht enttäuscht. Der Schützenbraten erinnert an den sauren Mocken, den meine Grossmutter jeweils zu Weihnachten kochte. Der Bratenjus ist rassig und doch nicht übertrieben gewürzt und passt wunderbar zum Kartoffelstock. Auch der Caesar-Salad mit einer sämigen und doch nicht allzu üppigen Sauce überzeugt. Dazu geniessen wir einen Pinot noir aus Herrliberg, Turmgut der Familie Weber (51.30 Fr./Flasche). Der runde Wein mit ­angenehmem Abgang schmeckt uns gut, und wir sind froh, in Gehdistanz zur Schützen­stube zu wohnen.

Inzwischen macht sich bemerkbar, dass noch nicht Sommer ist. Es wird kühl auf der Terrasse. Bevor wir etwas sagen können, macht Gastgeber René Thieme die Runde und bietet den Gästen auf der Terrasse Wolldecken an. Eingemummelt teilen wir uns noch ein Dessert: Rhabarberkompott und weisse Schokolademousse mit Crumble (10.50 Fr.). Die Mousse ist vielleicht etwas gar deftig, das Kompott vielleicht eine Spur zu knackig – die Kombi von süss und sauer ist trotzdem lecker.

Wir sehen die Ansprüche der Gastgeber an sich selbst als rundum erfüllt. Und ­finden es schön, wieder eine Quartierbeiz zu haben. Wo nicht nur Schützen willkommen sind, sondern auch Familien und Wanderer, die den Panoramaweg unter die Füsse genommen haben. Und wodas Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Wir kommen wieder.

Restaurant Schützenstube, Hesligenstrasse 115, 8700 Küsnacht. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 11.30 bis 14.30 Uhr und ab 17 Uhr. Samstag und Sonntag ab 11.30 Uhr. Montag und Dienstag geschlossen. ­Reservation unter Telefon 044 910 40 35. (zsz.ch)

Erstellt: 15.05.2018, 08:58 Uhr

In der Gastro-Kolumne schreiben die Redaktorinnen und Redaktoren der ZSZ über ihre kulinarischen Erlebnisse rund um den See.

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