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Ich versteh nur Bahnhof

Eine Kolumne von Michel Wenzler.

Seemannsgarn bekommen Passagiere manchmal an Bord der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft aufgetischt. Dies musste einmal eine Frau erfahren, die durch die Wädenswiler Bahnhofunterführung hetzte, danach über den gekiesten Platz der Seeanlage hastete und– kurz bevor das Querschiff nach Stäfa ablegte – den Schiffsteg erreichte.

Erschöpft, aber glücklich, dass das Schiff nicht ohne sie abgefahren war, setzte sie sich auf ein Sitz im Heck, blickte versonnen aufs Wasser und murmelte: «Das ist ja fast wie Ferien.»

Nach gut zehn Minuten war es für sie aber schon wieder vorbei mit der inneren Ruhe. Als das Schiff in Stäfa anlegte, wurde die Passagierin nervös, weil sie weiterreisen musste und den Zug nicht verpassen wollte. Die Frau, offenbar ortsunkundig, wandte sich scheu an ein Besatzungsmitglied und fragte, wo genau sich denn der Bahnhof befinde. Daraufhin riss der Matrose seine Augen weit auf und entgegnete theatralisch: «Oje, der ist doch auf der anderen Seeseite!»

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