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Herzloses Adliswil

Eine Kolumne von Markus Hausmann.

Jetzt gehört also auch Adliswil dazu: zum Kreise der Kunstrasen besitzenden Kommunen. Vor einem Monat wurde die neue Anlage, in der Tüfi direkt an der Sihl liegend, feierlich eingeweiht. Gleich nebenan ist auch ein betonierter Platz für Rollhockey und Rollkunstlauf entstanden. Nun ist allabendlich zu beobachten: Die neue Sportinfrastruktur erfreut die Herzen der Adliswiler Jugend.

Doch die Sache hat einen Haken. Denn wie bei allem im Leben, ist es auch hier eine Frage der Perspektive. Konkret kommt es im vorliegenden Fall ganz darauf an, wie und woher man auf die Sportanlage blickt. Steht man mit beiden Füssen auf dem Boden, direkt vor Ort, so ist die Sache unproblematisch. Wählt man aber die Vogelperspektive, wird es unerwartet emotional.

Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, gilt es Folgendes zu tun: Öffnen Sie im Internet Google Maps. Mit der Luftaufnahme Adliswils vor sich navigieren Sie nun zur Sportanlage Tüfi. Anstelle des neuen Rollhockeyfeldes entdecken Sie da den alten Sandplatz, der sich zuvor an ebendieser Stelle befand. Zoomen Sie ganz nah ran! Bei genauer Betrachtung sticht es jetzt ins Auge: ein riesengrosses, in den Sand gezeichnetes Herz.

GIF: Screenshots Google Maps via giphy.com.

Es muss ein Romantiker gewesen sein, der es mit einem vierrädrigen Fahrzeug schwungvoll und in perfekter Symmetrie geformt hat. Eine wahrliche Trouvaille für Luftaufnahmen-Liebhaber. Aber ein herber Verlust für Adliswil. Denn wegen der neuen Sportanlage wird das Foto eines Tages verschwinden: Wenn Google seine Satellitenaufnahmen das nächste Mal aktualisiert, ist Adliswil sein Herz los.

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