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Gefängnis statt Asylzentrum

Gerichtsfälle direkt aus dem Leben. Eine Kolumne von Pascal Jäggi.

Es gibt sicher Angenehmeres als das Leben in einem Durchgangszentrum. Die abgewiesenen Asylbewerber sind nur noch da, weil es Probleme mit ihrer Abschiebung gibt. Sie leben von Nothilfe, gut 300 Franken im Monat. So auch ein 35-jähriger Algerier, der im Durchgangszentrum Adliswil gelebt hat.

Offenbar auf der Suche nach einem Zustupf hat er sich letzten September nach Zürich begeben. In der Nähe des Centrals durchsuchte der 35-Jährige einen Citroën, in der Hoffnung Wertvolles zu finden. Aufbrechen musste er den Wagen nicht, die Tür stand offen. Viel eingebracht hat ihm der Diebstahlversuch nicht. Auf der Suche nach Wertgegenständen wurde er von der Polizei überrascht. Keine zehn Minuten nach der Tat sass der Algerier bereits in Haft.

Neben dem missglückten Diebstahlversuch hat der Beschuldigte noch gegen weitere Gesetze verstossen. Die Polizisten fanden eine gefälschte belgische Identitätskarte, die der abgewiesene Asylbewerber nach eigenen Angaben unter anderem benutzt hatte, um in Clubs zu kommen. Offensichtlich ist er schon öfter unangenehm aufgefallen, denn eigentlich darf er die Stadt Zürich seit 2014 nicht mehr betreten.

Das ergibt zusammen versuchten Diebstahl, Fälschung von Ausweisen und Missachtung einer Ausgrenzung. Ein Blick ins Strafregister lässt nichts Gutes erahnen: In neun Jahren hat der 35-Jährige fünf einschlägige Vorstrafen angesammelt. Entsprechend fällt denn auch die Sanktion aus. Der Algerier wird vom Durchgangszentrum ins Gefängnis verlegt. Sechs Monate kassiert er. Dies nicht wegen der Schwere der Delikte, sondern vielmehr wegen seiner Unbelehrbarkeit. Geldstrafen schrecken ihn nicht ab, erklärt die Staatsanwaltschaft. Ob der Aufenthalt im Gefängnis etwas an seinem Verhalten ändern wird, muss sich noch zeigen.

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