Gastro

Entspannter Genuss am See

Zu Gast in der Villa Sunneschy in Stäfa.

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Einkehren in der Villa Sunneschy gehört einfach zu einem lauen Sommerabend. Deshalb machen wir uns mit dem Velo auf in den Kehlhof, obwohl ein Gewitter angesagt ist. Zunächst laufen wir über die prächtige Wiese vor dem Haus, die zu den schönsten am See gehört. Die herrschaftliche Villa liess ein Seidenfabrikant vom Zürichsee im frühen 20. Jahrhundert erbauen – in Erinnerung an sein Leben in Südostasien. Heute ist das Landgut im Besitz der Gemeinde Stäfa.

Den Apéro nehmen wir auf der Terrasse und lassen dabei den Tag ausklingen. Früher als erwartet steigen dunkle Wolken auf, und nach dem ersten Donnergrollen suchen wir uns einen Fensterplatz im Haus. Das Gewitter löst vorübergehend eine leichte Hektik aus, doch das Servicepersonal reagiert gelassen darauf.

Im Innern ist es ebenfalls wohnlich, und wir rätseln über die unterschied­lichen Stile des Dekors. Der Kellner informiert uns über die Tagesangebote, und kurz darauf serviert Béda Zingg, der Geschäftsführer, überraschend ein heisses Schwarzwurzelsüppli mit warmem Brot, als Gruss aus der Küche. Köstlich findet mein Partner und Suppenliebhaber die Gurkenkaltschale mit Baby-Crevetten, die er als Vorspeise bestellt hat. Ich starte mit einem Sommersalat, der wie ein bunter Strauss daherkommt: Spargeln, rote Zwiebeln, Tomaten, Rucola und gerollte Melonenstreifen sind kreativ angerichtet und knackig. Erfrischend ist der hellrote Rosé aus den Abruzzen (Carasuolo d’Abruzzo DOC). Das Ambiente im Restaurant ist locker und entspannt, die Kellner sind freundlich und ebenso professionell, und sie reagieren auch mal mit einem Augenzwinkern.

Fisch muss es für mich heute sein. Der angebotene Barramundi mit Holunderblütenschaum klingt zwar exotisch, doch ich habe mich für das Forellenfilet aus dem Vierwaldstättersee entschieden. Der Fisch wird mit Bratkartoffeln und mediterranem Gemüse serviert, das von einem Hauch Balsamico-Schaum umgeben ist. On top ein Kräuterbouquet. Der Fisch ist knusprig und schmackhaft und das Gemüse hat Biss. Der Balsamico-Schaum bewirkt ein leichtes Prickeln auf der Zunge, ein zusätzlicher Kick. Mein Partner hat den hausgemachten Rindshamburger mit Cheddar-Cheese, Speck und Pommes und Coleslaw-Salat geordert. Die beiden Buns sind separat angerichtet, schön fürs Auge – und den Gaumen. «Schmeckt ausgezeichnet», meint der Fleischliebhaber. Die Pommes sind knackig und quellen leicht über den Tellerrand. Beide Menüs sind grosszügig portioniert, sodass wir nur ein Dessert zusammen schaffen:ein Parfait Stracciatella, zusammen mit Früchten serviert: ausgezeichnet.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt in der Villa Sunneschy – wir bezahlen für das üppige Essen mit Getränken insgesamt 136 Franken. Sehr sympathisch ist auch, dass der Chef sich persönlich nach unserem Wohlbefinden erkundigt. Ein rundum stimmiger Abend – trotz Gewitter.

Villa Sunneschy, Seestrasse 156, Stäfa,Telefon 044 927 30 90, info@villa-s.ch, www.villa-s.ch. Öffnungszeiten: Dienstag–Samstag: 9 – ca. 22 Uhr, Sonntag: 10 – ca. 17 Uhr, Montag geschlossen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.06.2018, 10:15 Uhr

In der Gastro-Kolumne schreiben Redaktorinnen und Redaktoren der Zürichsee-Zeitung über ihre kulinarischen Erlebnisse rund um den See.

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