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Einfach unverbesserlich

Eine kriminalistische Kolumne von Pascal Jäggi.

Es gibt Leute, die aus ihren Taten lernen. Und solche, die scheinbar unverbesserlich sind. Einer von der zweiten Sorte ist ein 39-jähriger Portugiese. Am 5.10.2018 wurde er per Strafbefehl wegen mehrfachem Exhibitionismus beim Vita-Parcours Männedorf zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt. Schon einen Monat später trieb er im Uetiker Wald wieder sein Unwesen. Gleich dreimal kam es bis Mitte Dezember zu unerwünschten Begegnungen mit zwei Frauen.

Beim ersten Mal trat er auf einem Waldweg unvermittelt vor eine Frau, die Hand am erigierten Glied. Die Frau rannte davon. 22 Tage danach sass er auf einer Parkbank, als dieselbe Frau vorbeikam, in Begleitung einer zweiten. Er sah sich ein Video auf dem Mobiltelefon an, wobei sein Glied deutlich sichtbar aus der Hose stand. 23 Tage später wurde die zweite Frau wieder zum Opfer des Exhibitionisten. Er ging zu ihr und onanierte dabei. Kurz danach trat er aus dem Wald mit entblösstem Glied von hinten an sie ran.

Die Staatsanwaltschaft verurteilt den 39-Jährigen wegen Exhibitionismus und sexueller Belästigung. Dass ihm der erste Strafbefehl offensichtlich keinen Eindruck gemacht hat, schlägt sich in der Strafe nieder. Der erste Strafbefehl wird widerrufen. Das heisst, der Portugiese muss die 4800 Franken bezahlen. Die neue Strafe beläuft sich auf 120 mal 30 Franken. Sie wird zwar zur Bewährung ausgesprochen, allerdings für fünf Jahre, die längstmögliche Frist für bedingte Strafen. Eine Busse von 600 Franken muss er bezahlen.

Die Staatsanwaltschaft sieht bezüglich Wiederholungsgefahr «an sich keine ungünstige Prognose». Was erstaunen mag, doch sie gibt ihm eine klare Anordnung. Er muss sich in psychiatrische Behandlung geben, die bis zu fünf Jahre dauern kann. Vielleicht können die Frauen im Uetiker Wald doch wieder in Ruhe joggen und spazieren.

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