Gastro

Eine Gaumenfreude hoch über dem Zürichsee

Im Restaurant Hanegg in Horgen.

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Das Landrestaurant Hanegg hoch über dem Zürichsee ist wirklich ein Ort der Gastlichkeit. Seit Jahren zählt es in der Region als Geheimtipp für eine ausgezeichnete Küche. Meistens werden solche Restaurants mit der Zeit nachlässig, und die Qualität lässt nach. Nicht so in der Hanegg. Zusammen mit meinem Kochklubkollegen wollte ich ­wissen, ob die Hanegg immer noch als Geheim­tipp bezeichnet werden kann. Die drei Gastronomen Köbi Wild, Wolfgang Mattiello und Konrad Dreher verdienen es, der «Gilde etablierter Schweizer ­Gastronomen» anzugehören.

Die absolute Spezialität in der Hanegg sind die Mistchratzerli. Die Wartezeit von 25 Minuten nimmt man gerne in Kauf, weil es immer wieder eine Gaumenfreude ist, wenn man ein solch kleines Poulet ­geniessen darf. Derzeit ist die Menükarte mit Herbstspezialitäten ergänzt.

Schon der Empfang an der Türe war überaus freundlich. Wir wurden im Wintergarten an einen Zweiertisch geführt, und die kompetente Servicefachfrau ­fragte auch gleich nach einem Einstiegsgetränk. Wir entschieden uns für je ein Glas Yvorne (8.50 Franken). Am vollmundigen Waadtländer gab es nichts zu kritisieren. Zur Vorspeise wählte mein Kollege das Hirschcarpaccio (25 Franken) und ich die Rehterrine mit Selleriesalat (18 Franken). Mein Kochfreund lobte das Carpaccioin den höchsten Tönen. Auch ich war von der hausgemachten Rehterrine begeistert. Diese Vorspeise hätte ruhig etwas kleiner ausfallen können, denn es stand ja noch ein Hauptgang an.

Ich blieb dem Herbst treu und wählte den Rehpfeffer (37 Franken), der mit ­frischen, hervorragenden Spätzli serviert wurde. Zugegeben, ich bin ein Pfefferfreak und liebe im Herbst diese Spezialität. Leider bekommt man aber öfter Pfeffer vor­gesetzt, welche in einer sauren Essiglake auf dem Teller landet. Nicht so in der Han­egg. Dieser Rehpfeffer überzeugte mich in einer Feinheit, welche ihresgleichen sucht. Man spürte sofort: Die Fleischstücke wurden in einem guten Rotwein mit erlesenen Gewürzen während einiger Tage gebeizt. Und zu meiner grossen Freude wurde der Rehpfeffer ohne die übliche Dekoration – Silberzwiebelchen und geröstete Brot­würfel – serviert.

Mein Kochfreund entschied sich für den «Hanegg-Hit», ein Mistchratzerli (36 Franken). Diese Hausspezialität wird in sechs Varianten angeboten. Ob nature, mit Kräutern, Knoblauch/Chili, Thai, in Rotwein geschmort oder Art des Hauses mit drei Saucen serviert, es ist immer eine Gaumenfreude. Mein Kollege ist ein Knoblauchfreak und wählte das kleine Hühnchen mit Knoblauch und Chili. Na ja, für mich wäre dies wohl keine Gaumen­freude, denn so viel Knoblauch würde ich nicht schätzen. Nicht so mein Kochklubfreund. Er fühle sich wie im siebten Himmel, und seine Augen leuchten. Als Beilage wählte er Pommes frites. Diese waren übrigens ebenfalls aus­gezeichnet. Begleitet hat uns ein edler Valduero aus Spanien (9 Franken je dl).

Obwohl die Dessertkarte einige «gluschtige» Sachen auflistet, verzichteten wir darauf. Dafür entschieden wir uns für je einen Espresso, er mit einem edlen Marc vom Schloss Salenegg und ich mit einem Carlos I Riserva (je 12 Franken).

Rundum ein kulinarischer Hochgenuss, dieser Abend in der Hanegg. Ein Tipp zum Schluss: unbedingt reservieren. Denn wir waren am Montagabend da, und das Restaurant war bis auf den letzten Platz besetzt.

Landrestaurant Hanegg, Zugerstrasse 310, Horgen. Tel. 044 725 42 47. www.restauranthanegg.ch. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 11 bis 23 Uhr, Sonntag 11.30 bis 22 Uhr.

Erstellt: 29.11.2018, 11:49 Uhr

In der Gastro-Kolumne schreiben Redaktorinnen und Redaktoren der Zürichsee-Zeitung über ihre gastronomischen Erlebnisse rund um den See.

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