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Ein teures Küchenutensil

Eine kriminalistische Kolumne von Pascal Jäggi.

Die Elektronik erleichtert vieles. In den Läden der Grossverteiler zum Beispiel muss sich keiner mehr über lange Schlangen an der Kasse aufregen. Einfach an die Self-Check-out-Kasse gehen, dann ist man selber schuld, wenn es nicht vorangeht. Allerdings verleiten die neuen Kassen auch dazu, Sachen mitgehen zu lassen. Immerhin geht den Ladendetektiven so die Arbeit nicht aus.

Ein Beispiel aus Männedorf: Ein 27-Jähriger betrat im Sommer 2019 die örtliche Migros. Er behändigte ein Abtropfsieb, das gerade mal 11.30 Franken gekostet hätte. Das Sieb steckte er in seine Umhängetasche und ging munter an den Self-Check-out-Kassen vorbei, statt das Sieb korrekt zu bezahlen. Eine Ladendetektivin bemerkte den Vorfall jedoch. Sie hielt den Mann aus dem Zürcher Unterland auf und bat ihn, in ein Büro mitzukommen. Das war dem 27-Jährigen gar nicht recht. Aus Angst vor einer Busse und davor, seine Personalien angeben zu müssen, begann er sich zu wehren. Er wollte flüchten, und um das erreichen zu können, biss er die Ladendetektivin in die Hand. Das hinterliess eine leicht blutende Wunde.

Gebracht hat der Biss nichts. Dem verhinderten Dieb misslang die Flucht. Er wurde verhaftet und musste gar zwei Tage in Haft verbringen. Das war offenbar so abschreckend, dass die Staatsanwaltschaft auf die Busse verzichtete. Ohne Strafe kommt der 27-Jährige aber nicht davon. Die Geldstrafe wegen einfacher Körperverletzung und geringfügigen Diebstahls von 45 mal 30 Franken wird bedingt ausgesprochen. Lässt er sich in den nächsten zwei Jahren nichts zuschulden kommen, verfällt sie. Der Beschuldigte kann sich damit trösten, gut weggekommen zu sein – abgesehen von den zwei Nächten hinter Gittern. Allerdings hat es sich auch nicht wirklich gelohnt, zu versuchen 11 Franken einzusparen.

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