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Ein nächtlicher Raubüberfall und ein schweres Wasserflugzeug

Welche Ereignisse und Themen bewegten die Menschen am Zürichsee im Oktober 1919? Ein Blick in unser Zeitungsarchiv.

Um ein Uhr morgens habe das schon ältere Geschwisterpaar Steiger bei der Mühle in Uetikon ein «verdächtiges Geräusch» von Fusstritten gehört, schrieb die rechtsufrige «Zürichsee-Zeitung» zum Tathergang eines Raubüberfalls im Oktober 1919. Als Frau Steiger vor ihre Kammer trat, wurde sie von einem Schuss in die Brust getroffen, und der Täter verschwand auf die Hilferufe des Bruders hin. Einige Zeit später war Frau Steiger genesen, und der 24-jährige Johann Menzi aus Glarus wurde als Verdächtigter gefasst. In seinem Inventar fand man «ein förmliches Räuber-Arsenal»: eine schwarze Maske, einen falschen Schnurrbart, einen falschen Bart aus Hundefell, einen scharf geladenen Revolver und verschiedene Dietriche. Nachdem ihn sein Mithelfer verraten hatte, gestand Menzi die Tat und wurde zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

In Wädenswil beschäftigte derweil ein Wasserflugzeug die Bevölkerung. Das Wasserflugzeug C.H.8 habe teilweise über Wädenswil geschwebt und sei dann langsam Richtung Stäfa auf den Zürichsee geschwenkt. Längere Zeit «verweilte der Apparat auf dem See» und wurde dann vom Wind gegen Meilen getrieben. «Es schien etwas nicht in Ordnung zu sein», denn die Fahrt nach Zürich wurde auf dem Wasser fortgesetzt. Der Apparat seimit seinen 5000 Kilogramm und einer Flügelspannweite von 21 Metern etwas zu gross, es sollten bald einige kleinere Modelle mit einer Flügelspannweite von 14 Metern folgen. Dass die Wädenswiler Schuljugend besonders grosses Interesse an dieser «Luft- und Wasserfahrt» zeigte, sei indes selbstverständlich.

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