Zum Hauptinhalt springen

Eifersuchtsdrama par excellence

Eine Kolumne von Pascal Jäggi.

Bei manchen Geschichten kann man froh sein, dass den Worten keine Taten folgen. So wie bei einer 27-Jährigen aus Kilchberg. Auch wenn das aus dem Strafbefehl nicht genau herauszulesen ist, dürfte es sich bei ihrem Verhalten um einen extremen Fall von Eifersucht handeln. Ziel ihrer Wut waren ein junger Mann, wohl ihr Ex-Freund, und dessen Freundin. Alle drei zeigen sich in den sozialen Medien von ihrer besten Seite. Schöne Menschen an attraktiven Orten der Welt, perfekt inszeniert.

Weniger schön ist, was die junge Frau sich geleistet hat. Während fast drei Monaten belästigte sie das Pärchen mittels Sprachnachrichten, Mails und SMS. Was darin so steht, lässt sich schwer mit der heilen Welt vereinbaren, welche die sozialen Medien vorgaukeln. Da steht etwa, dass er zusammengeschlagen werden soll, sie und ihre, noch nicht vorhandenen Kinder, vergewaltigt oder schlicht beide umgebracht werden sollen.

Tiefpunkt des Dramas war, als die 27-Jährige am Arbeitsplatz ihres Ex-Freunds in Zürich auftauchte und alle Anwesenden überdeutlich auf sich aufmerksam machte. Sie schrie herum und forderte ihn auf zu ihr zu kommen, damit sie ihn abstechen und aufschlitzen könne. Ganz ungefährlich war diese Drohung nicht, führte sie doch ein Messer in ihrer Handtasche mit. Der Gesuchte war zwar vor Ort, hielt sich aber wohl zu Recht versteckt vor dem wilden Racheengel.

Die wüsten Episoden endeten bei der Staatsanwaltschaft. Diese hat die 27-Jährige wegen mehrfacher Beschimpfung und Drohung verurteilt. Sie wird mit einer bedingten Geldstrafe von 90 mal 90 Franken belegt. Sollte sie sich zwei Jahre lang nichts zuschulden kommen lassen, wird die Strafe nicht vollzogen. Ob die drei Protagonisten noch Kontakt haben, ist nicht bekannt. Besser für alle wäre es, wenn sich die Verurteilte dem Pärchen nicht mehr nähern würde. Für eine schönere Welt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch