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Die Tücken des Waffengesetzes

Eine Kolumne von Pascal Jäggi.

Verstösse gegen das Waffengesetz sind für die Staatsanwaltschaften Alltag. Jeden Monat kommen Dutzende Fehlbare dazu. So ist es heutzutage einfach, online Messer aus dem Ausland zu bestellen. Dass diese in der Schweiz häufig illegal sind, müsste man beim Bestellen allerdings auch bedenken. Immer wieder sind in den Listen der Bestraften Ausländer aus gewissen Ländern zu finden, die nicht die gleichen Rechte beim Waffenbesitz haben wie andere.

Ein Beispiel ist ein 25-jähriger Pakistaner aus dem Bezirk Meilen. Er verfügt über einen F-Ausweis, der ziemlich viele Einschränkungen mit sich bringt. In einem Laden an der Langstrasse erwarb der Mann einen Pfefferspray, geschmackvoll in Form einer Faustfeuerwaffe gestaltet. Pfefferspray? Braucht eigentlich keine Bewilligung. Nicht so beim Pakistaner. Er hätte den Spray inklusive acht Kartuschen tatsächlich kaufen dürfen, aber nur mit einer Waffenerwerbsbewilligung. Da er diese nicht vorweisen konnte, wird er mit 300 Franken gebüsst. Die Staatsanwaltschaft meint, er hätte sich besser informieren müssen.

Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Denn auch der Verkäufer hat sich in die Bredouille gebracht. Dieser gab an, davon ausgegangen zu sein, dass ihm der Käufer einen C-Ausweis gezeigt habe. Wäre das der Fall gewesen, hätte ein einfacher Kaufvertrag genügt. Auch Pakistaner sind mit C-Ausweis berechtigt, solche Pfeffersprays zu kaufen. Offensichtlich hat der Verkäufer den Ausweis nicht sehr genau angeschaut. Denn, so steht es im Strafbefehl, der Käufer spreche gut Deutsch und lebe seit Jahren in der Schweiz. Davon hat der Verkäufer sich wohl täuschen lassen. Auch er wird mit 300 Franken gebüsst. Dumm gelaufen. Wie heisst es doch: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

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