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Die Tigermücke – wo führt das denn noch hin?

Eine Kolumne von Jürg Acklin.

Die Asiatische Tigermücke in Wollishofen, ein Kaiman im Hallwilersee, Bären in den Bündner Bergen, der Wolf in Horgen, vielleicht auch bald Kamele in Obermeilen und Präriehunde im Zürcher Unterland? Ja, wo führt das denn noch hin? Spass beiseite: Erobern sich die Tiere, erobert sich da alles, was da kreucht und fleucht, ganz langsam die Erde zurück?

Macht euch die Erde untertan, hat es einmal geheissen, aber da waren wir Menschen gemeint. Waren wir vielleicht schlechte Herrscher für den Blauen Planeten? Zuerst ging es ums nackte Überleben. Wir mussten schlau sein, listenreich und stark. Dann plötzlich hatten wir, mindestens scheinbar, die totale Verfügungsgewalt. Nach uns die Sintflut, ganz im Sinn des kurzsichtigen Geschäfts.

Aber es gibt keinen harmlosen Konkurs, kein kurzes Straucheln, Wieder-Aufstehen und Weitermachen, das könnte der Beginn eines Endspiels sein. Nein, nicht für den Planeten Erde, der überlebt. Selbst unbewohnbar wie der Mond, dreht sie sich weiter um die Sonne und um sich selbst im unwirtlichen All. Für uns, für uns Menschen wird es ungemütlich, für unsere Kinder und Kindeskinder.

Plötzlich wird aus dem stolzen, dem übermütigen Erdenbewohner wieder das kleine, ängstliche Bedürfniswesen Mensch in seinem Hautsack, ausgeliefert der Natur, die zurückschlägt, die nicht länger als Idylle verklärt und als Abbaugebiet ausgebeutet werden will.

Vielleicht waren die Tiere ja bessere Herrscher der Welt, gerade weil sie sich nicht als Herrscher aufspielten, sondern selber ein Stück Natur blieben, sie waren einfach da. Aber wir, der Homo sapiens, haben das Bewusstsein entwickelt und das Denken. Setzen wir es doch bitte nicht nur für den maximalen Gewinn ein, sondern fürs glückliche Überleben.

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