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Die Angst vor der Kuhweide

Eine Kolumne von Philippa Schmidt.

Der Herbst ist Wanderzeit, auch oder gerade für Hundebesitzer. Doch eine Schweizerische Gewohnheit vergällt einem als Hundehalter die Freude am Wandern etwas: Wege, die über Kuhweiden führen. Nicht dass ich etwas dagegen hätte, dass Kühe das frische Gras geniessen dürfen, doch angesichts einiger Vorfälle in den letzten Jahren kam bei mir ein flaues Gefühl im Magen auf, als ich kürzlich vor einer solchen Weide stand. Übrigens das erste Mal mit Hund.

Doch in dieser Situation im schönen Kanton Thurgau konnte ich mich nicht mehr drücken. Der gelbe Wegweiser liess keinen Zweifel, dass der Weg über genau diese Weide führte. Einen Umweg gab es nicht, wie ein Blick ins Internet verriet. So stand ich mit Hündin Sisi gut zehn Minuten vor der Weide. Ich muss zugeben, dass gar keine Kühe zu sehen waren, die Weide liess sich allerdings nur teilweise einsehen, weil sie über eine Kuppe führte. Der Zaun gab zudem ein unmissverständliches «tak tak tak» von sich. Wer setzt schon einen Hag unter Strom, wenn es nicht nötig ist?

Klar weiss ich, wie man sich zu verhalten hat: Hund an die Leine, und wenn die Kühe tatsächlich angreifen sollten, losmachen, damit der Hund von der Weide flüchten kann, ohne dass die Rinder Hund samt Frauchen überrennen. Doch Sisi versteckt sich am liebsten hinter mir, wenn sie sich fürchtet. Schliesslich nahm ich mir ein Herz und wir betraten das Gras – das Herz schlug mir dabei bis zum Hals. Als wir die Kuppe überwanden, die Überraschung: Weit und breit war keine Kuh zu sehen. Das Ende der Weide kam dafür in Sicht. Bis zuletzt erwartete ich, dass ein massiges Tier aus dem Gestrüpp brechen könnte. Doch die ganze Aufregung war umsonst: Wir konnten die Weide unbeschadet und ganz schön erleichtert verlassen.

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