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Der entlarvte Manager

Eine Kolumne von Mirjam Bättig-Schnorf.

Elegant gekleidet, sass er auf seinem Sitz im Zugabteil. Der Massanzug, die teuren Schuhe, die edle Ledertasche und der kleine Rollkoffer verliehen dem Mittfünfziger die Aura eines vielbeschäftigten Managers. Dass er ununterbrochen auf sein Handy starrte und geschäftig darauf tippte, taten ein Übriges, um einen Nimbus der Wichtigkeit zu erschaffen.

Im Abteil war es ganz still. Niemand schien den fleissigen Businessmann bei seinen wichtigen Tätigkeiten stören zu wollen. Da plötzlich durchbrach ein Geräusch die andächtige Stille: Aus dem Gerät des Geschäftsmanns dudelte eine mir wohlbekannte Melodie. Ich hatte sie schon etliche Male gehört, wenn meine Kinder sich mit einem bestimmten Onlinespiel beschäftigten.

Der Kopf des Mannes färbte sich langsam dunkelrot, während er hektisch versuchte, die Melodie zum Verstummen zu bringen. Doch diese erklang noch zwei weitere Male, bis auch der Hinterletzte im Abteil mitbekommen hatte, womit sich der seriöse Reisegefährte gerade beschäftigte. Während dessen Nimbus davonschwebte, musste ich innerlich schmunzeln: Das Kind steckt eben auch im Geschäftsmann.

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