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Das verflixte Weihnachtsgeschenk

Wenn eine Sport-Analphabetin ihren Sohn zu einem Eishockey-Match einlädt. Eine Kolumne von Mirjam Bättig-Schnorf.

Es war ein Weihnachtsgeschenk an meinen Sohn: Gemeinsam würden wir ein Eishockeyspiel seines Lieblingsclubs besuchen. Während er bereits mehrmals das Vergnügen hatte, stellte das Unterfangen für mich als Eishockey-Analphabetin eine Premiere dar. Die Herausforderung begann bereits bei der Ticketbuchung: Für den gewünschten Match waren innert Kürze fast alle nummerierten Plätze weg. Erleichtert stellte ich aber fest, dass im Gästesektor noch einiges frei war. Sicherheitshalber zeigte ich die Auswahl vor der endgültigen Buchung meinem Sohn. Der kriegte sich fast nicht mehr ein, dass seine Mutter den Nachmittag mit den Ultras der Gegner hatte verbringen wollen.

Wir fanden dann doch noch ein akzeptables Plätzchen und sassen pünktlich vor dem Eisfeld. Ich war fasziniert von dem ganzen Drumherum, den Tausenden von Menschen, die mehr oder weniger verkleidet aufs Spielfeld starrten, den wogenden Fahnen und der Musik, die aus den Lautsprechern schallte. Die Eishockeyspieler, die seit einigen Minuten über das Feld flitzten, hatte ich zwar wahrgenommen, aber gedacht, sie seien sich am Aufwärmen. Als ich meinen Sohn fragte, wann denn der Match beginnen würde, schaute er mich entgeistert an: «Mama, er läuft seit vier Minuten.»

Um mich nicht weiter zu blamieren, richtete ich meine Konzentration ab dann voll aufs Eisfeld. Das machte die Sache allerdings nicht besser: Dass der Puck ins Tor musste, war mir ja klar. Dass auf dem Weg dorthin aber gefühlt alle paar Sekunden einer der Spieler einen anderen schubsen, packen, an die Bande knallen oder sonst wie drangsalieren würde, hatte ich nicht gewusst. Ich verbrachte also den Grossteil des Matchs damit, in kritischen Situationen kurz die Augen zu schliessen, und nahm mir dabei vor, den Sohn nächstes Jahr ins Ballett einzuladen.

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