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Das Tierarzt- Déjà-vu

Eine Kolumne von Mirjam Bättig-Schnorf.

Kürzlich habe ich an dieser Stelle über den Schokoladendiebstahl unseres Hundes berichtet, der mich an einem Feiertag zu einem unbekannten Tierarzt brachte. Denn für Hunde kann – besonders dunkle – Schokolade tödlich sein.

Die Druckerschwärze war kaum trocken, als mein vierbeiniger Freund es wieder tat: Diesmal vergriff er sich an Milchschoggi. Da es sich um eine kleine Menge handelte, und Nanook inzwischen gegen 40 Kilogramm wog, nahm ich an, dass es nicht allzu tragisch war. Dennoch wollte ich eine Fachperson zurate ziehen. Die Praxis meines Vertrauens hatte leider bereits geschlossen. Auf dem Telefonbeantworter wurde die diensthabende Notfallpraxis genannt, mit der man direkt verbunden würde. Dem Tierarzt am anderen Ende der Leitung schilderte ich die Situation in der Annahme, er würde mich beruhigen.

Doch er fiel mir barsch ins Wort:«Wenn Sie denken, dass ich Ihnen eine Garantie für einen guten Ausgang der Geschichte ausstelle, täuschen Sie sich!» Wenn mein Hund mir lieb sei, solle ich sofort in die Praxis kommen. «Und nehmen Sie Bargeld oder Karte mit, ich schreibe keine Rechnungen!» Derart verunsichert, machte ich mich auf den Weg zur auf dem Bändli genannten Praxis ein paar Dörfer weiter. Unterwegs kreisten meine Gedanken. Das Gehabe des Notfallarztes erinnerte mich an eine frühere Notfallsituation, in welcher ich es mit einem ebenfalls sehr unfreundlichen Tierarzt zu tun hatte. Dessen Praxis befand sich allerdings in meiner Nachbargemeinde. «Wie kann es sein, dass es gleich mehrere derart grantige Tierärzte gibt?», fragte ich mich.

Als ich bei der Praxis ankam, war alles dunkel. Also rief ich nochmals die Notfallnummer an. «Ich habe Ihnen nicht gesagt, dass meine Praxis dort ist», fuhr mich der Arzt an. «Sie befindet sich nämlich in Ihrer Nachbargemeinde!» Ich war erleichtert: Einen derart grantigen Tierarzt gab es nur einmal! Der Hund übrigens überstand das kulinarische Abenteuer unbeschadet.

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