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Das Rätsel der verschollenen Bälle

In der Kolumne «Mit Sisi unterwegs» erzählt Redaktorin Philippa Schmidt von den Erlebnissen mit ihrer Pflegehündin Sisi.

Weihnachten sind längst vorbei. Doch letztens hatte Sisi ihre ganz persönliche Weihnacht. Meine Hündin ist das, was man in Hündelerkreisen einen Bällchenjunkie nennt. Sie liebt Bälle in jeglichen Grössen und Farben, könnte ihnen stundenlang hinterherjagen. Am liebsten sind ihr diejenigen, die so richtig schön quietschen, wenn sie reinbeisst.

Bälle haben allerdings den Nachteil, dass sie unkontrolliert rollen und auch einmal unbemerkt wegrollen. So leerte sich die Wohnung mehr und mehr – es wurden immer weniger Bälle im Flur und in den Zimmern. Man nahm es als Hundehalterin nicht so richtig wahr. Doch unterbewusst fragte ich mich schon, wo die ganzen Bälle abgeblieben waren. Hatte Sisi sie im Garten vergraben? Oder hatte Pancho, der Hund meines Bruders, sie bei seinen Besuchen einfach klammheimlich geklaut? Die Lösung des Rätsels zeigte sich eines Tages, als ich mit Sisi am Boden herumbalgte und mein Blick unter den grossen, hölzernen Schrank in der Stube fiel.

Darunter befand sich wahrlich ein Bällegrab. Im Laufe der letzten Wochen und Monate rollten offensichtlich immer mehr Bälle unter das mächtige Möbelstück. Und da der Bauernschrank eine gewisse Tiefe aufweist, die Beine von Sisi aber nicht derart lang sind, blieben die Bälle dort liegen.

Als ich einen Ball nach dem anderen aus dem Dunkeln hervorholte und ans Tageslicht beförderte, konnte Sisi den Bällesegen kaum fassen. Ungläubig starrte sie auf die fast zehn verloren geglaubten Bälle, japste vor lauter Glück und trug mal diesen, mal jenen Ball durch die Gegend. Klar ist: Künftig werde ich häufiger einen Blick unter den grossen Bauernschrank werfen.

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