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Dank der Ohrringe

Eine Kolumne von Mirjam Bättig-Schnorf.

Aufmerksame Leserinnen und Leser haben es vielleicht bemerkt: Ich stehe ein wenig auf Kriegsfuss mit Parksäulen beziehungsweise der umsichtigen Vorbereitung auf deren Fütterung. Umso glücklicher war ich an jenem Tag, dass ich diesmal sowohl genügend als auch das richtige Münz mit mir führte. Ich liess also zufrieden Geldstück um Geldstück im Einwurf des Automaten verschwinden, bis die Digitaluhr die gewünschte Uhrzeit anzeigte.

Während ich vor dem Weggehen einen letzten Blick auf das Display warf, ploppte in einer meiner Hirnwindungen ganz leise der Gedanke auf, dass es irgendwie zu einfach gewesen war. Doch selbstverständlich liess ich mich von so absurden Gedanken nicht verunsichern: Ich warf der Frau hinter mir ein Lächeln zu und machte mich auf den Weg zur Papeterie.

Ich war noch keine fünf Minuten im Geschäft, als die Frau, welche bei der Parksäule hinter mir gestanden hatte, zur Ladentür hereinkam und mich ansteuerte. «Mit Ihrem Ticket hat etwas nicht geklappt», sagte sie, und kippte eine Handvoll Münz in meine Hand. Das sei alles wieder unten herausgekommen. «Wahrscheinlich haben Sie vergessen, den Bestätigungsknopf zu drücken.» Ich bedankte mich tausendmal bei der netten Dame und fragte, wie sie mich gefunden habe? «Ihre speziellen Ohrringe sind mir aufgefallen», erklärte sie. «Nach denen habe ich Ausschau gehalten.»

Wenn mich also nächstens jemand mit auffälligen Ohrringen vor einer Parksäule sehen würde: Reine Vorsichtsmassnahme.

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