Dorfgeflüster

Birgit und Sämi haben es eilig

Eine Kolumne von Michel Wenzler.

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Der Hexentanz in Stäfa hat etwas Mythisches. Um den Hohlweg beim Weiler Mutzmalen ranken sich viele Legenden. Angeblich bewegten sich dort früher die Heustöcke im Wind, sodass Einheimische glaubten, Hexen würden ihr Unwesen treiben. Wie verhext ist auch der steile Aufstieg von Männedorf her. Wer ihn mit dem Velo in Angriff nimmt, hat das Gefühl, er wolle nie enden. Der Hexentanz bietet also manche Überraschungen – aktuell auch diese: Seit einiger Zeit sind Buchstaben auf die Asphaltstrasse gesprayt, die den Hang hochführt: «Peng peng» steht da, und aufgrund der blutroten Farbe befürchtet man schon fast ein schlimmes Verbrechen.

Doch nichts dergleichen ist geschehen, es sei denn, man zählt Schmierereien dazu. Denn die Buchstaben sind ein Überbleibsel des Ironman, der im Juli über den Hexentanz führte. «Go Sämi» ist auf der Strasse zu lesen, und der aufgepinselte Name «Birgit» legt den Schluss nahe, dass jemand eine Athletin anfeuern wollte. Ob die beiden Sportler es mit dem Rennvelo den Hang hochgeschafft haben, ist unklar. Ebenso, wozu die Buchstaben heute noch gut sein sollen. In der Umgebung weiden nämlich lediglich ein paar Schafe und einige Ziegen. Vielleicht heissen zwei von ihnen ebenfalls Sämi und Birgit. Doch alle Anfeuerungsversuche nützen bei ihnen nichts. Denn ihre Tätigkeit ist eher ein Kontrastprogramm zum Ironman: Sie fressen sich friedlich durch die Wiesen und das Dickicht und sehen keinen Grund zur Eile.

Erstellt: 05.09.2019, 09:17 Uhr

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