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Volle Kanne

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Ein schöneres Plätzchen für den Apéro findet man kaum in der Stadt: Die Eltern nippen mitten auf der Steinberggasse an einem Hugo und einem Glas Weisswein aus dem Pays d’Oc. Die Kinder spielen auf der Strasse Schach und rennen um die Jud-Brunnen.

Gewitterwolken treiben uns fürs Essen in die heimelig Wirtsstube. Das Lokal wurde vor anderthalb Jahren aufgefrischt, heller Anstrich, moderne Leuchten. Das Mobiliar ist aber noch dasselbe wie zu Zeiten, als unter dem Namen Walliser Kanne noch im Fondue gerührt wurde.

Ein Gruss aus der Küche zeigt, dass mit Anspruch gekocht wird.

Die Menükarte haben die Gastgeber Martin Wyss und Andi Weigold total umgebaut: kein Fondue mehr, kein Schnipo, nicht einmal Pommes. Dafür einige spannende Ideen und, so weit wir sehen, nur Hausgemachtes.

Ein Gruss aus der Küche zeigt, dass mit Anspruch gekocht wird: ein fein abgeschmeckter Cantadou-Flan mit Tomaten-Salami-Coulis. Die französische Sauce zu den Vorspeisesalaten (Blattsalat: 7 Fr., gemischt: 9 Fr.) bekommt von den Kindern höchstes Lob. Der nach Haus­rezept gebeizte Lachs (15 Fr.) entfaltet viel Aroma, der Salat dazu kommt mit einer gelungenen Passionsfrucht-Sesam-Vinaigrette.

Das Highlight unter den Vorspeisen ist die Tagessuppe (8 Fr.), eine Süsskartoffelkaltschale, geschmacklich hervorragend, erfrischend und mit einer schönen Hand voll Speiseblumen präsentiert.

Bodenständiges und Kreatives, das gibt es auch zum Hauptgang. Die Rindshuft aus dem Tösstal mit einer klassischen Stroganoffsauce, dazu hausgemachte Spätzli (38 Fr.), ist so, wie man es gern hat. Die zarten Jakobsmuscheln mit einer würzigen Gemüsepaella (34 Fr.) schmecken nach Mittelmeer.

Die Hacktätschli mit Härdöpfelstock und das Ghackte mit Hörnli (sehr faire kleine Portionen für 12 Fr.) sind ganz nach dem Geschmack der Kinder. Der «Mäck Steibi» ist ein fantasievoller Burger im Bagel-Brot. Einzige Kritik: Die Karte ist nicht so sommerlich. Viele der zünftigen Gerichte passen auch zum Herbst.

Da die Desserts als «Versucherli» im Kleinformat angeboten werden (für je 6 Fr.), bestellen wir noch einen Ingwer-Limetten-Flan mit Aprikosencoulis, ein Caramelköpfli und eine Crème brûlée, dazu als Abschluss noch ein in Dinhard gebranntes Schnäpschen.

Unser Fazit: eine gute Mischung aus Tradition, Innovation und Region.

Restaurant Winti-Kanne, Steinberggasse 25, Winterthur. Tel. 052 550 51 22, wintikanne.ch

Erstellt: 18.06.2019, 11:51 Uhr

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