Miniaturen des Alltags

Hühner statt Handys

Eine Kolumne von Philippa Schmidt.

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Kleine Kinder und Handys, wer kennt dieses Problem nicht? Sobald man sein Smartphone zückt, bleiben die Augen der kleinen Knöpfe wie magisch angezogen am Bildschirm hängen - zumindest in meinem sozialen Umfeld. Um ihnen den Spielplatz statt Filmli auf dem Smartphone schmackhaft zu machen, reicht Überredungskunst oft nicht aus. Da bleibt nur noch, das Telefon ausser Reich- und vor allem ausser Sichtweite hinzulegen.

Dass das Staunen von Kindern am schönsten zum Ausdruck kommt, wenn sie eben nicht an einem Bildschirm kleben, konnte ich vor kurzem erleben. Mein Nachbar in Küsnacht hält eine kleine Hühnerherde im Garten, die oft gemütlich gackernd auf seinem Grundstück spazieren geht. Da stand ein kleiner Junge, kaum drei Jahre alt, vor dem Zaun und schaute fasziniert dem Geflügel zu, das ihn keines Blickes würdigte.

Es war zu schön zum Zuschauen: Der kleine Blondschopf war völlig versunken in den Anblick der weissen und hellbraunen Hühner und schien nur noch diese wahrzunehmen. «Lueg emal, Papi!», rief der Kleine begeistert und deutete überschwänglich auf die Tiere. Doch er hatte keine Chance. Der Vater, der wenige Schritte dahinter stand, nahm nichts wahr. Seine Augen waren wie hypnotisiert auf den Bildschirm seines Mobiltelefons gerichtet.

Erstellt: 15.04.2019, 17:11 Uhr

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