Miniaturen des Alltags

Hauptsache, es blinkt und leuchtet

Wenn die «stille Nacht» eher zur schrillen Nacht wird – eine Kolumne von Fabienne Sennhauser

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Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Von wegen! Ob in der Stube, an der Fassade, auf dem Balkon oder im Garten – ganze Autobahnen von Lichterketten in allen Farben und Formen buhlen dieser Tage wieder um die Gunst der Betrachter. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Und so wird die «stille Nacht» eher zur schrillen Nacht.

Dass der dunklen Jahreszeit üppig mit künstlichem Licht getrotzt wird, ist soweit ja nichts Neues. Dass der Illuminationswahnsinn nun nicht einmal mehr vor dem Kleiderschrank haltmacht, habe ich jedoch erst kürzlich realisiert.

Wer auf der Weihnachtsfeier punkten will, der muss – so suggerieren einem zahlreiche Modeblogs und Onlineversandhändler – zu einem möglichst auffälligen Pullover inklusive LED-Beleuchtung greifen. Egal ob rote Rentiernasen, farbige Weihnachtskugeln oder Sternschnuppen – Hauptsache, es blinkt und leuchtet. Wem das noch nicht genug ist, der setzt sich zur Krönung eine Nikolausmütze auf den Kopf, deren Bommel so hektisch blinkt, dass Epileptiker am besten sofort das Weite suchen.

Wem das Wettrüsten mit den Nachbarn rund ums Eigenheim noch nicht genug ist, der kann sich nun also gleich selber als leuchtender Weihnachtsbote präsentieren. Und weil nach den Feiertagen ja bekanntlich vor den Feiertagen ist, werden uns wohl bald schon blinkende Osterhasen von den Verkaufsregalen entgegenleuchten.

Erstellt: 03.12.2019, 09:21 Uhr

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