Heute vor 100 Jahren

Eine Gefahr für Eichhörnchen und eine obligatorische Gemeindeversammlung

Welche Ereignisse und Themen bewegten die Menschen am Zürichsee im Juli 1919? Ein Blick in unser Zeitungsarchiv.

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Der Juli 1919 war für Vögel in Hombrechtikon keine einfache Zeit. Wie der damaligen Ausgabe der rechtsufrigen Zürichsee-Zeitung zu entnehmen ist, gab der Gemeinderat «schädliche Vögel» zum Abschuss frei. An den Kragen ging es nicht nur Krähe, Elster und Eichelhäher, sondern auch dem Eichhörnchen. Für jedes geschossene «Stück» wurde ein Schussgeld von 1.20 Franken aus der Gemeindekasse bezahlt.

Auf der linken Seeseite sorgte ein anderes Problem für Schlagzeilen. Wie im «Anzeiger des Bezirkes Horgen» steht, waren sich die Hirzler an ihrer Gemeindeversammlung uneins, wie viel die Gemeinderäte verdienen sollen. Der Gemeinderat stellte den Antrag, «es möchten in Zukunft den Mitgliedern Sitzungsgelder von je fünf Franken verabfolgt werden.» Auch ein Telefon auf Kosten der Gemeinde wurde gefordert. «Nach etwelcher Opposition wurde der Antrag des Gemeinderats mit 11 zu 8 Stimmen angenommen», hiess es. Da nur 19 von damals 1080 Hirzlern anwesend waren, erklärte der Gemeinderat künftige Gemeindeversammlung kurzerhandfür obligatorisch. Wer nicht hin ging, musste eine Busse von 50 Rappen bezahlen. Eine Massnahme, die vielleicht auch heute den einen oder anderen mehr an eine Gemeindeversammlung bringen könnte. (hid)

Erstellt: 12.07.2019, 14:01 Uhr

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