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Nicht nur der Zufall wählt mit

ZSZ-Redaktor Michel Wenzler zu den Erneuerungswahlen in der Gemeinde Meilen.

Da sage einer, Wahlen seien langweilig: In Meilen lieferten sich am Wahlsonntag der Sozialdemokrat Hanspeter Göldi und Pepe Bösch von der SVP/BGB ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Glück und Unglück lagen schliesslich nur vier Stimmen auseinander. Göldi zieht in den Gemeinderat ein und holt damit für die SP einen zweiten Sitz. Bösch hingegen verpasst die Wahl, und die SVP bleibt weiterhin nur mit einer Person in der Meilemer ­Exekutive vertreten.

Dem Verlierer bleibt letztlich nur ein Trost: Entschieden hat – in diesem Fall – der Zufall. Das ist aber nicht die einzige Erkenntnis. Die SVP, das zeigte am Wahlsonntag in Meilen insbesondere die Abwahl von Marion Matter aus der Sozialbehörde, hat es bei den Gemeindewahlen schwer. Lokale Politikerinnen und Politiker werden oft für die Hard­liner auf der nationalen Ebene abgestraft.

Für SVP-Vertreter ist somit die Hürde, in eine Behörde gewählt zu werden, höher als für Kandidaten anderer Parteien. Das Resultat von Pepe Bösch zeigt aber auch, dass sie durchaus eine Chance haben. Dass lediglich vier Stimmen fehlten, ist vielleicht doch kein Zufall. Der Rückstand zu Göldi wäre wohl viel grösser gewesen, wenn Bösch nicht derjenige ist, der er ist: ein moderater Kandidat, der im ganzen Dorf bekannt ist, unter anderem dank seinem früheren Engagement in der Feuerwehr. Gemässigtes Auftreten ist somit auf lokaler Ebene – anders vielleicht als auf dem ­nationalen Parkett – durchaus ein Erfolgsrezept.

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