Kommentar

Harmonie prägte den Wahlkampf

Pascal Münger zum Ausgang der Stadtpräsidiums-Wahl in Adliswil.

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Der Wahlkampf ums Adliswiler Stadtpräsidium war spannend. Niemand wollte sich im Vorfeld zu sehr aus dem Fenster lehnen und einen Favoriten benennen. Auch die Parteiunterstützungen waren gerecht verteilt. Links der Mitte war man für Farid Zeroual, rechts der Mitte für Susy Senn. Einzig die Freien Wähler beschlossen Stimmfreigabe.

Trotz der spannenden Ausgangslage war der Wahlkampf in Adliswil nicht von grossen politischen Debatten geprägt. In vielen Fragen waren sich die beiden Protagonisten einig. Der Umgang zwischen ihnen war immer von hohem Respekt füreinander geprägt. Angriffe auf den Gegner gab es keine. Man zog zwar gegeneinander in den Kampf, brachte aber Kaffee und Kuchen mit anstatt Bajonett und Schwert.

Diese Political Correctness ist zwar tugendhaft und zeigt, wie sich die politische Atmosphäre in Adliswil nach dem Filzskandal vor sechs Jahren zum Besseren gedreht hat. Dennoch braucht es für ein so hohes Amt Durchsetzungskraft und den Mut, auch gegen seine eigenen Überzeugungen im Sinne des Gesamtstadtrats im Gegenwind zu stehen – immer zugunsten von Adliswil. Ob der neue Stadtpräsident Farid Zeroual diese Eigenschaft hat, muss sich nach diesem eher harmonischen Wahlkampf erst noch zeigen.

Erstellt: 10.06.2018, 16:37 Uhr

Pascal Münger, Redaktor Zürichsee-Zeitung.

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