The Take

Mission erfüllt?

Mit ‹Captain Marvel› findet eine der mächtigsten Superheldinnen den Weg auf die Leinwand. Die Erwartungen sind hoch.

Der Trailer zu ‹Captain Marvel›.

‹Captain Marvel› muss ungeheure Erwartungen erfüllen. Er ist der erste Film des Marvel Cinematic Universe (MCU), dessen Titelheld eine Heldin ist. Es ist das erste Mal, dass eine Frau (Co-) Regisseurin ist. Erfolg oder Misserfolg, das Ergebnis wird als wegweisend für die Erfolgschancen künftiger Superheldinnenfilme beurteilt.

Für Fans noch viel wichtiger: ‹Captain Marvel› ist der letzte Film vor ‹Avengers: Endgame›, ein Film, der wie der Titel verspricht, der Höhepunkt einer Geschichte ist, die über 11 Jahre und (nun) 21 Filme erzählt wurde. Wie wir aus ‹Avengers: Infinity War› erahnen können, wird Captain Marvel in ‹Endgame› als Deus Ex-Machina figurieren. Da muss sie in ihrem Solo-Abenteuer schon überzeugen, denn die restlichen Marvelcharaktere sind uns über mehrere Filme ans Herzen gewachsen. Schafft es Captain Marvel in nur einem Auftritt?

In der Tat ist Captain Marvel ein willkommener Zuwachs zum MCU. Oscarpreisträgerin Brie Larson (‹Room›, ‹Short Term 12›) spielt Captain Marvel, die mit bürgerlichem Namen Carol Danvers heisst. Zu Beginn des Filmes ist sie auf einem fernen Planeten bei den Kree, wo sie mit Yon-Rogg (Jude Law) trainiert, um ihre Kräfte in den Griff zu bekommen. Die Kree befinden sich nämlich im Krieg mit den Skrulls, einer Alienrasse, die aus lauter Gestaltenwandlern besteht. An ihre Vergangenheit erinnert sie sich nicht. Doch dann landet sie auf der Erde im Jahr 1995, wo sie gemeinsam mit Nick Fury (Samuel L. Jackson) Jagd auf Skrulls macht. Dabei beginnen sich einige Geheimnisse zu lüften.

Captain Marvel (Brie Larson) unterhält sich mit Nick Fury (Samuel L. Jackson)

Humorvolles Geplänkel

Brie Larson ist als Captain Marvel ausgezeichnet besetzt. Sie ist ganz selbstverständlich selbstbewusst, steht nach jedem Rückschlag wieder auf und hat eine verschmitzte Ader. Letztere kommt vor allem in ihrer Beziehung mit Nick Fury zur Geltung. Der S.H.I.E.L.D. Agent ist natürlich zuerst alles andere als begeistert, dass eine Ausserirdische auf seinem Planeten auftaucht, doch er wäre nicht Nick Fury, wenn er darin nicht eine Chance erkennen würde. Larson und Samuel L. Jackson überzeugen durch ihr humorvolles Geplänkel und geben durch diese zentrale Beziehung dem Film Wärme. Daran kann es einem Film in dem eine Katze namens Goose (dt. Gans) eine wichtige Rolle spielt, aber eh nicht mangeln.

Aufmerksame Leser werden nun natürlich stutzig geworden sein, denn schliesslich hat Samuel L. Jackson letztes Jahr seinen 70. Geburtstag gefeiert und sieht nun mal nicht mehr aus wie vor knapp 25 Jahren. Doch dank digitaler Technologien wirkt der Schauspieler, als hätte er eben erst ‹Pulp Fiction› abgedreht. Der Schuss 90er-Jahre Nostalgie mit Videothek, Telefonkabinen und Grungelook ist natürlich auch sehr willkommen.

Welcher dieser Pendler ist in Wirklichkeit ein grünes Alien?

Ben Mendelsohn (‹Robin Hood›, ‹Star Wars - Rogue One›) spielt wie so häufig den Antagonisten. Und beweist erneut, dass er wunderbar sein kann, wenn das Drehbuch ihn lässt. Er steckt zwar grösstenteils unter einer grünen Maske, doch das tut seinen Schauspielkünsten keinen Abbruch.

Eine Brücke schlagen

Der Film ist einerseits ein in sich geschlossenes Abenteuer, schlägt aber auch die Brücke zum restlichen MCU, sodass man als Fan noch einige zusätzliche Freudenmomente hat, wenn zum Beispiel das Rätsel um Nick Fury’s Augenklappe gelöst wird. Oder die ewige Frage beantwortet wird, warum, um Himmels Willen, die mächtigste aller Superheldinnen bis jetzt noch nicht aufgetaucht ist, obwohl das Universum in Gefahr ist.

‹Captain Marvel› überzeugt also auf voller Linie. Ich zumindest kann ihren Auftritt in ‹Avengers: Endgame› kaum erwarten — und freue mich auf weitere Solo-Abenteuer.

‹Captain Marvel› ist ab Donnerstag im Kino.

Erstellt: 05.03.2019, 13:15 Uhr

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