Zum Hauptinhalt springen

Landhockey auf höchstem Niveau – weltweit

Hockey auf Kunstrasen und in Turnschuhen – Colin Bätschmann, freier Mitarbeiter der ZSZ, ist nun bereits zwei Monate in Utrecht. Zeit also, sich mit dem holländischen Nationalsport anzufreunden.

Landhockey ist in den Niederlanden ein Nationalsport: Colin Bätschmann besuchte ein Spiel des «Stichtsche Cricket en Hockey Club», kurz SCHC.
Landhockey ist in den Niederlanden ein Nationalsport: Colin Bätschmann besuchte ein Spiel des «Stichtsche Cricket en Hockey Club», kurz SCHC.
Paul Mosch

Dass Landhockey in den Niederlanden zu den beliebtesten Breitensportarten gehört, lässt sich erahnen, wenn abends jeweils Horden von verschwitzten Jugendlichen mit Schienbeinschonern und Hockeystock auf dem Rücken nach Hause radeln. Nur Fussball sei populärer, erzählt mir ein Niederländer, der selber Hockey spielt. Er ist es, der mich berät, wo am Wochenende Spiele stattfänden.

Niederländisches Hockey lässt sich auch auf internationalem Terrain zeigen. Insbesondere die Frauen-Nationalmannschaft brilliert mit ihrem Palmarès: Sieben Weltmeisterinnentitel, drei olympische Goldmedaillen. Bei den Herren beläuft sich der Medaillenspiegel auf drei Weltmeistertitel – zweimal im eigenen Land, 1973 in Amstelveen und 1998 in Utrecht – und zweimal olympisches Gold. Die Konkurrenz stellen hauptsächlich Australien, Deutschland und Argentinien, vor der Jahrtausendwende waren jeweils auch Indien und Pakistan unter den Titelanwärtern.

Am Sonntag fuhr ich – per Eingang- und Rücktrittbremsenvelo, versteht sich – zehn Kilometer von Utrecht ins benachbarte Bilthoven, das zur Provinz Utrecht gehört. Mein Ziel: der Stichtsche Cricket en Hockey Club, kurz SCHC. Die Sportanlage – vier Kunstrasenplätze, ein Clubhaus – erinnert an diejenige eines durchschnittlichen Amateur-Fussballclubs. Einige Zuschauer trugen Fanschals, was mir merkwürdig erschien: Wer trägt schon Fanbekleidung einer durchschnittlichen Amateurmannschaft, dachte ich mir. Im Nachhinein lassen sich die Fanutensilien wohl rechtfertigen: Der SCHC spielt in der Hoofdklasse, der höchsten Liga des Landes, viele Spielerinnen sind Profis. Das erklärt wohl auch, weshalb sich die Zuschauer nach dem Match mit den Spielerinnen fotografieren liessen.

Als Zuschauer ohne jegliche Ahnung von Landhockey verwunderte mich so einiges: die Bewässerung des Kunstrasens, beispielsweise. Diese sorge für ein schnelleres Spiel und verhindere starke Schürfungen. Ist es zu kalt, kann der Rasen nicht bewässert werden – dann wird in der Halle gespielt. Die Spielerinnen, jeweils elf pro Mannschaft inklusive Torhüterin, trugen Mundschutz, Schienbeinschoner und einen Schutzhandschuh. Kam es zu einer Standardsituation, einer sogenannten Strafecke nach einem Regelverstoss der verteidigenden Mannschaft innerhalb des Schusskreises, schützten sich vier Verteidigerinnen mit Schutzmasken und positionierten sich neben der Torhüterin auf der Torlinie, während die Gegnerinnen vom Schusskreis aus einen Angriff starteten. Das Spiel dauerte zweimal 35 Minuten, der SCHC bezwang den SV Kampong mit 3:2.

In der Schweiz ist Landhockey wohl eine Randsportart. Der Verband Swiss Hockey meldet zwischen 1400 und 1500 lizenzierte, aktive Spielerinnen und Spieler. Für den Kanton Zürich sind drei Mannschaften aufgelistet: die Stadtzürcher Grasshopper und Red Sox sowie das Zürichsee Hockey Team in Meilen, wo Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 15 Jahren trainiert werden. Im internationalen Vergleich kann die Schweiz nicht mithalten. Sie ist weder an der Frauen-Weltmeisterschaft in London diesen Sommer noch an derjenigen der Männer in Bhubaneswar, Indien, im Winter dieses Jahres vertreten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch