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Träum weiter

Der Mann will entspannen, die Frau will Blumen. Und die Kinder? Die haben andere Ideen. Unsere Autorin versucht, bei der Gartenplanung alle Bedürfnisse ihrer Familie unter einen Hut zu bringen. Und scheitert.

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Ein Garten ist ein Wohnzimmer unter freiem Himmel. Ein Raum, den alle Familienmitglieder nutzen, oft gleichzeitig. Das macht seine Planung so schwierig. So träumt der Mann zum Beispiel vom Entspannen der Hängematte. Träumen ist hier das richtige Wort – schliesslich haben wir zwei Kinder.

Nicht nur verhindern diese allein kraft ihrer Präsenz jegliche Art von Entspannung, auch nutzen sie horizontal liegende Personen grundsätzlich als Hüpfburg. Aber im Freien essen, das sollte möglich sein, meint der Mann. Und vielleicht mal was auf den Grill hauen.

Und was wollen die Buben? Ein Gireitzi? Eine Rutsche? Klar. Meiner Erfahrung nach wollen sie aber vor allem fürchterlich brüllend herumrasen, was nicht niet- und nagelfest ist ausreissen, Löcher graben und Sachen unter Wasser setzen. Wünsche, die nicht sehr kompatibel sind mit meinen: Kräuter, Gemüse und Blumen. Ausser ich setze bei der Bepflanzung auf Robustes, das auch mal eine Begegnung mit einem Ball, Pneu oder Piratensäbel übersteht. Löwenzahn zum Beispiel. Oder Brennnesseln. Die würden sich auch gut zurückwehren. Schade ist es für Kakteen bei uns zu kalt.

Dass Kinder in ihrem Zimmer spielen, ist ein Mythos – genau wie der, dass sie in ihren Betten schlafen.

Noch besser: Ich teile den Garten in Zimmer auf – ein Bereich fürs Essen, einer fürs Entspannen, einer für Kräuter und Gemüse, einer für Blumen und einer für die Buben. Statt Wände könnten mit Clematis und Kletterrosen überwachsene Rankelemente, oder aus Weidenruten geflochtene, lebende Zäune die einzelnen Zimmer voneinander trennen. Ein Garten ist sowieso spannender, wenn er nicht alle seine Geheimnisse auf den ersten Blick verrät.

In meiner Fantasie wandle ich durch wildromantisch überwachsene Rosenbögen von einem Raum zum nächsten. Und während die Jungs ihren Spielbereich überschwemmen, pflanze ich nebenan Pulsatilla, Federgras und andere zarte Gewächse.

Soweit der Plan. Er hat nur einen Haken: Mit Kindern bewohnt man ja nicht mehr Küche, Kinder-, Wohn- und Schlafzimmer. Sondern Spielzimmer 1, 2, 3 und 4. Dass Kinder in ihrem Zimmer spielen, ist nämlich ein Mythos, genau wie der, dass sie in ihren Betten schlafen. Sie wollen da sein, wo wir sind. Und das tun, was wir tun. (Ausser wir wollen, dass sie das tun, was wir tun, dann wollen sie nicht.) Das wird im Garten nicht anders sein.

Seis drum. Immerhin kann ich, während sie den Salat ertränken, den Rosmarin von seinen Nadeln befreien oder Lastwagenladungen Kies ins Rosenbeet schaufeln, in Ruhe jäten.

Erstellt: 06.06.2017, 11:23 Uhr

Tipps für die Gartenplanung


  • Garten vermessen, Plan zeichnen Ev. gibt’s bereits einen Grundstücksplan, der übernommen werden kann.

  • Was soll alles untergebracht werden? (Kompost, Geräteschopf, Sandkasten, Schaukel, Regenfass, Gemüsebeete, Kräuter, Parkplatz, Wasseranschluss, Steckdose ...)

  • Was kann vom alten Garten bleiben, was muss gehen? Falls Sie den Garten neu übernommen haben, müssen Sie besonders gut hinschauen. Hat es Frühlingsblüher? Besondere Stauden? Obstbäume? Falls der Garten im Herbst/Winter übernommen wurde, besser eine Gartensaison abwarten, um zu sehen, was an Pflanzen schon vorhanden ist.

  • Wo hat es Morgen-, Mittag-, Abendsonne?

  • Besonderes Augenmerk gilt der Planung der Sitzplätze. Im Idealfall werden mehrere im Garten verteilt, je nachdem ob man die Morgen- oder die Abendsonne geniessen will, oder am Mittag ein schattiges Plätzchen sucht. Welches Material wird verwendet? Kies, Platten oder ein Holzrost?

  • Wo verlaufen Wege und welches Material wählt man für sie: Kies, Platten, Holzschnitzel, trittfeste Begrünung? Geschwungene Pfade wirken romantischer, oft begangene Strecken sollten möglichst direkt und ohne Umwege verbunden sein.

  • Falls neue Wasseranschlüsse oder Steckdosen in den Garten kommen, muss man berücksichtigen, wo sie verlaufen werden.

  • Alle Elemente auf dem Plan einzeichnen. Ev. mehrere Versionen zeichnen und mit der Familie absprechen.

  • Wer nicht von Hand arbeiten will, benützt einen Gartenplaner für Computer oder Tablet z. B. der Architekt 3D X8 Gartendesigner.?

  • Vor Ort ausstecken. Ist der Sitzplatz so gross, dass Platz ist für Besuch? Macht der Weg einen ausreichend grossen Bogen um die Schaukel? Ist er so breit, dass er bequem mit Schubkarre, ggf. Kinderwagen, Rollstuhl usw. begangen werden kann?

  • Was kann selber erledigt werden, wofür wird besser ein Gartenbauer beigezogen?

  • Zeitplan für die Umsetzung der Arbeiten erstellen. In welcher Reihenfolge müssen die Elemente angelegt werden?

  • Zögern Sie nicht, sich professionellen Rat und Hilfe zu holen. Gute Gartenbauer sind gerne bereit, Pläne anzuschauen, die Arbeiten gemeinsam mit Bauherren auszuführen oder aufzuteilen, um Kosten zu sparen.

  • Offerten einholen. Liste naturfreundlicher Gartenbaubetriebe via www.bioterra.ch





Buchtipp Gartenplanung:
„Der neue grosse Gartenplaner“,
Peter Wirth, 2015 Ulmer Eugen Verlag

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