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Gehüpft wie gesprungen

Gartentrampoline sind gefährlich und hässlich obendrein. Der sprungfreudige Sohn unserer Autorin weiss eine tolle Alternative.

Was wir vor zwei Jahren gemacht haben, war völlig unverantwortlich, ja, grenzt an schiere Blödheit. Wie konnten wir nur! Als Jungeltern! Ein NEUES Sofa kaufen! Leinenbezogen! Und dann auch noch beige! Oder beige war es zumindest, als Sohnemann noch brav auf der Spieldecke vor sich hinstrampelte. Und noch nicht wie ein glitzerleim- und schokoladenverschmierter Berserker durch die Wohnung raste. Mit Filzstiften in der Hand.

Bisher konnten wir ihn glücklicherweise davon abhalten, damit das Sofa zu verschönern. (Dafür musste der kleine Bruder dran glauben. Wussten Sie, dass sich ein fast kahler Babyschädel als Malunterlage für Dreijährige eignet?)

Milchzähneknirschend hat Sohnemann eingesehen, dass das Sofa weder Mal- noch Essplatz ist. Trotzdem ist es sein liebstes Spielzeug. Besser gesagt: Sportgerät.

Sein Tag beginnt stets mit etwas Morgengymnastik, splitterfasernackt, denn im Pyjama ist ihm zu warm. Auch tagsüber überkommt ihn die Hüpflust immer mal wieder.

Schwupp, Kleider weg und losgehüpft, gerne den Mund noch voller Spaghetti. Neuerdings macht er richtige Hechtsprünge von der Lehne auf die Sitzfläche. Und natürlich lädt er alle seine Freunde herzlich ein, mitzumachen.

Schwupp, Kleider weg und losgehüpft, gerne den Mund noch voller Spaghetti. 

Dass das sauteure Designer-Teil, das wir uns zusammengespart haben, um unsere ansonsten brocki- und ikeageprägte Wohnung aufzuhübschen, mittlerweile etwas ramponiert aussieht, versteht sich von selbst. Macht aber nichts, wir selbst brauchen es sowieso nicht.

Erstens fehlen sämtliche Kissen (die stören beim Hüpfen) und zweitens bleibt mit zwei kleinen Kindern ohnehin keine Zeit, rumzulümmeln. Und Besucher, die von Sohnemanns Hobby wissen, setzen sich auch lieber auf die Küchenstühle. Aus hygienischen Gründen.

Manchmal werden wir gefragt, ob wir nicht ein Gartentrampolin anschaffen möchten. Wer Kinder und einen Garten hat, wird ja zwangsläufig irgendwann mit dem Thema konfrontiert.

Dabei hat man eigentlich nur die Wahl, ob sich die Kinder den Hals lieber bei den Nachbarn oder doch auf dem eigenen Grundstück brechen sollen. Sicher ist, dass die Plastikmonster, die nach regem Gebrauch und einem harten Winter rasch nur noch lädierte Schatten ihrer selbst sind, den schönsten Garten verunstalten.

Darum haben wir uns nun überlegt, unser Sofa in den Garten zu stellen. Das sähe zumindest gut aus.

Erstellt: 01.12.2016, 15:47 Uhr

Rund ums Gartentrampolin

Das ist laut der bfu zu beachten:


  • Nur Gartentrampoline mit Schutznetz aufstellen. Auch die Sprungfedern und Stangen müssen gut abgedeckt sein.

  • Trampolin nicht auf harter Unterlage montieren. Wiese eignet sich am besten. Im Umkreis von 2 m kein Zaun, keine Bäume oder spitzige Gegenstände.

  • Das Trampolin regelmässig kontrollieren und defekte Teile ersetzen. Durch den Gebrauch und die Witterung können Schutznetze reissen und Sprungfedern brechen. Abdeckfolien schützen vor Korrosion. Beachten Sie die Angaben des Herstellers bezüglich „Lebensdauer“ der einzelnen Teile.

  • Evtl. zusätzliches Schutznetz zw. Trampolinfläche und Boden montieren oder Trampolin sogar im Boden eingraben, dass keine Kinder unter das Trampolin kriechen können.

  • Trampolin nicht auf harter Unterlage montieren. Wiese eignet sich am besten. Im Umkreis von 2 m kein Zaun, keine Bäume oder spitzige Gegenstände.

Verhaltensregeln:


  • Die wichtigste Regel lautet: Es darf nur eine Person hüpfen. 75 Prozent der Unfälle passieren aufgrund von Zusammenstössen. Dabei hat die leichteste Person ein fünfmal höheres Risiko, schwer verletzt zu werden. Aber welches Kind hüpft schon gern allein? Beim Kauf eines Trampolins muss man sich bewusst sein, dass man die Rolle des Spielverderbers einnehmen muss!

  • Keine Salti oder andere gefährliche Sprünge. Auch auf dem vermeintlich weichen Sprungtuch des Trampolins kann man sich bei falscher Landung schwer verletzen.

  • Nicht zu lange hüpfen, Pausen einlegen, sichtbar müde Kinder nicht mehr hüpfen lassen.

  • Kinder wegen mangelnder motorischer Reife erst ab sechs Jahren hüpfen lassen. Keine Leiter befestigen, so dass kleinere Kinder gar nicht erst aufs Trampolin gelangen können.

  • Nie von Trampolin auf den Boden springen.

  • Uhren, Schmuck ausziehen, keine Esswaren oder Kaugummi auf dem Trampolin konsumieren wegen Verschlucken, insbesondere keine Schleckstängel, Stängeliglace.

  • Nur barfuss oder mit Turnfinkli springen, nicht in Socken (Rutschgefahr) oder Schuhen (bei Landung Gefahr von Umknicken).


Weitere Infos bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung www.bfu.ch

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