Gartenblog

Gärtnern ist mein Yoga

Unsere Autorin kann Maschinenlärm nicht ausstehen. Warum er manchmal unumgänglich ist und wofür man den Pamir sonst noch brauchen kann.

Der Lärm ist ohrenbetäubend: Eine Kettensäge und zwei brüllende Kinder. Warum sie brüllen? Na, wegen dem Lärm. Bei Kindern verhält es sich paradoxerweise so: Obwohl sie selbst kraft ihres Stimmorgans von Geburt an jeglichem Missfallen lautstark Ausdruck verleihen – und wenn sie nicht gerade brüllen oder kreischen mit Vorliebe auf verschiedene Gegenstände eindreschen – hassen sie nichts mehr als laute Geräusche.

Vielleicht lernen manche Buben das Singen einer Motorsäge erst mit fortgeschrittenem Alter zu schätzen. Oder – wenn sie nach mir kommen – gar nie. Maschinenlärm kann ich nicht ausstehen. Lieber schnipple ich zwei Stunden von Hand, als mich zehn Minuten lang von einer Heckenschere anbrüllen zu lassen. Zum Lärm kommt der Gestank, den benzinbetriebene Geräte erzeugen. Dagegen ist Pneuwechseln auf der A1 eine Frischluftkur.

Lieber schnipple ich zwei Stunden von Hand, als mich zehn Minuten lang von einer Heckenschere anbrüllen zu lassen.

Ich bin ja nicht der meditative Typ. Am Boden sitzend auf ein Kerzenflämmchen zu starren ist für mein Hirn eine Einladung zum Abrufen einer To-do-List mit 1000 Punkten. Wenn ich mich entspannen will, gehe ich in den Garten. Beim Gärtnern, so es sich denn um gute alte Handarbeit handelt, kann ich richtig gut abschalten. Gärtnern ist mein Yoga. Dabei hört man in der Regel ja auch eher Sitar als Sid Vicious.

Vor einiger Zeit schrieb ich aber einen vernichtenden Artikel zum Thema Thuja, dem grünen Pendant zur Betonwand. Gott muss ihn gelesen haben und bedachte mich zur Strafe für die Schmähung seiner Schöpfung mit einer Thujahecke, die vor der Sintflut das letzte Mal geschnitten wurde. So begrenzen jetzt ein Dutzend Bäume unser neues Grundstück. Und die lachen sich beim Anblick meiner Bügelsäge einen Schranz in den Stamm.

Zum Glück kenne ich Menschen, die richtig aufblühen, wenn sie laute Maschinen bedienen dürfen. Die beim Sägen in einen regelrechten Harzrausch geraten. Für die Ohren gibt’s schliesslich den Pamir. Und noch bevor ich „Thujaheckenrückschnitt“ sagen kann liegen zwölf Baumstämme am Boden. Sie von Hand zu entasten, damit man sie zu Brennholzrugeli verarbeiten kann, übernehme ich dann gern.

Kürzlich traf ich meinen Mann beim Wickeln. Söhnchen lässt dies derzeit nur unter ohrenbetäubendem Protest über sich ergehen. Der Gatte, normalerweise schweissgebadet und entnervt, blieb total cool. Erst auf den zweiten Blick sah ich, weshalb: Er trug den Pamir.

Erstellt: 01.12.2016, 15:07 Uhr

Lärmen im Garten

Nach Möglichkeit sollte der eigenen Gesundheit und den Nachbarn zuliebe auf Lärm im Garten verzichtet werden. Wo laute Maschinen unumgänglich sind, ist ein guter Gehörschutz zu empfehlen. Kinderohren sind besonders empfindlich. Baustellenbegeisterte Kinder also unbedingt ebenfalls mit Gehörschutz ausstatten. Gibt’s in Fachgeschäften für Kindersachen.

Manchmal können laute Geräte auch durch leisere Modelle ersetzt werden. So sind elektrisch angetriebene in der Regel etwas leiser, als solche mit Benzinmotoren. Beachten Sie ausserdem die geltenden Ruhezeiten. Laut Artikel 3 der Polizeiverordnung heisst es: Arbeiten (inkl. Industrie-, Gewerbe-, Baustellen-, Haus- und Gartenarbeiten) sind von Montag bis Freitag von 12.00 - 13.00 Uhr und von 19.00 - 07.00 Uhr, an Samstagen von 12.00 - 13.00 Uhr und ab 17.00 Uhr sowie an Sonn- und allgemeinen Feiertagen generell verboten.

Umgang mit der Motorsäge

Wer gerne Bäume fällt, findet via www.codoc.ch verschiedene Kurse zum richtigen und sicheren Umgang mit der Kettensäge. Motorsägen können mehr als nur fällen: Manche kreieren damit Kunstwerke. Kurse bietet zum Beispiel der Thurgauer Anatol Stäheli an: www.schnitzophren.ch

Erholung für geplagte Ohren

Tag gegen Lärm

Der Tag gegen Lärm findet mit diversen Veranstaltungen in Schweizer Städten am 26. April 2017 statt. Weitere Infos: www.laerm.ch

Klangweg Toggenburg

Ein Wanderweg mit grandioser Aussicht und musikalischen Stationen.

www.klangwelt.ch

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