Küsnacht

Zwei Parteien buhlen um Küsnachter Ferienhaus

Die reformierte Kirchenpflege Küsnacht will ihr Ferienhaus in den Glarner Alpen verkaufen. Neben dem Interessenten, den die Kirche bevorzugt, gibt es mit einem Verein einen weiteren möglichen Käufer.

Das Ferienhaus der Reformierten Kirchgemeinde Mettmenalp war früher die Endstation der Seilbahn.

Das Ferienhaus der Reformierten Kirchgemeinde Mettmenalp war früher die Endstation der Seilbahn. Bild: PD

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Die reformierte Kirchenpflege sucht für das Küsnachterhaus auf der Mettmenalp einen neuen Eigentümer. Der wichtigste Grund das Haus zu verkaufen, ist laut Kirchenpflege, dass dieses kaum noch von Küsnachtern genutzt wird.

Ob die Kirche ihr Ferienhaus im Glarnerland verkauft, entscheidet die Kirchgemeindeversammlung vom 26. November. Doch das «Ob» ist nicht die einzige Frage. Umstritten ist auch, wer das Lagerhaus überhaupt kaufen soll. Für das Gebäude, dessen Kaufpreis eine Viertelmillion betragen wird, gibt es zwei Interessenten. Neben der Berghotel Mettmen AG, ist dies der neu gegründete Verein IG Küsnachterhuus Mettmenalp. Die Kirchenpflege bezieht im beleuchtenden Bericht zur Versammlung klar Stellung. Sie empfiehlt den Stimmberechtigten, der Berghotel Mettmen AG von Romano und Sara Frei-Elmer den Zuschlag zu geben.

Genossenschaft geplant

Für Theo Gerber, Sprecher des Vereins IG Küsnachterhuus Mettmenalp, ist dies unverständlich. «Ich frage mich, ob die Ausschreibung nur pro Forma war», sagt Gerber und verweist auf einen Text im kommunalen Kirchenblatt, in dem die Kirchenpflege Ende August Interessenten für das Haus gesucht hatte. Man habe zudem nur sehr wenig Zeit gehabt, um das Kaufangebot auszuarbeiten. «Wir wollen, dass das Haus als Lager-, Familien- und Wanderhaus erhalten bleibt», sagt er und ergänzt: «Wir wissen, dass das Berghotel Mettmen die Zimmer fürs Personal nutzen will.»

Doch wer genau steckt hinter dem Verein? «Wir sind fünf Mitglieder, deren Väter am Umbau des Hauses noch mitgewirkt haben», erklärt Gerber. Das Ferienhaus, das seit den 70er-Jahren im Eigentum der Kirchgemeinde ist, wurde kurz nach dem Erwerb von deren Mitgliedern in Fronarbeit umgebaut: Ursprünglich war das Gebäude die Endstation der Seilbahn.

Die Aussage im beleuchtenden Bericht der Kirche, dass nur ein Vereinsmitglied Wohnsitz in Küsnacht habe, ist gemäss Gerber bereits überholt. In der Zwischenzeit seien bereits zwei weitere Küsnachter beigetreten und auch alle anderen Vereinsmitglieder seien immer noch sehr verbunden mit der Gemeinde. Um Unterstützer und Sympathisanten anzuwerben, hat der Verein bereits eine Infoveranstaltung durchgeführt und organisiert einen zweiten solchen Anlass am 14. November. Um das Küsnachterhaus zu betreiben, will die IG eine Genossenschaft gründen.

Bezüglich des Kaufpreises sagt Gerber, dass über die Hälfte der Summe von den Mitgliedern schon zugesichert sei. Auch wegen des Investitionsbedarfs hat er sich Gedanken gemacht: «Wir sind in sehr engem Kontakt mit dem Sohn des ehemaligen Hüttenwarts, welcher als Berater auch künftig zur Verfügung steht. Wir kennen damit die Schwachstellen des Hauses.» Gerber geht angesichts der Mieteinnahmen davon aus, dass die Genossenschaft die nötigen Ausgaben stemmen und spätestens ab dem dritten Jahr ihren Mitgliedern einen Zins auszahlen kann.

Keine digitale Bettwäsche

Laut Max Heberlein, dem Präsidenten der reformierten Kirchenpflege Küsnacht, sind es keine finanziellen Überlegungen, die für den Verkauf an die eine oder andere Partei sprechen. Beide Interessenten würden den gleichen Kaufpreis bieten. «Die Berghotel Mettmen AG hat ein Konzept, das uns überzeugt hat», sagt Heberlein. Von der IG liege ihm hingegen nicht sehr viel vor. Für Heberlein ist klar, dass das Berghotel, welches drei Gehminuten vom Ferienhaus entfernt liegt, aufgrund der räumlichen Nähe die Vermietungen besser organisieren kann. «Natürlich können sie vieles digital machen, aber um die Betten zu beziehen oder die Gäste zu empfangen, müssen sie vor Ort sein», sagt Heberlein.

Dass das Hotel die Zimmer nur fürs Personal nutzen will, verneint der Kirchenpräsident. «Wir wissen natürlich nicht, wie es in 10 oder 15 Jahren aussieht, aber jetzt ist vorgesehen, dass das Küsnachterhaus für Gruppen in einem tieferen Preissegment als das Berghotel selbst genutzt wird», sagt Heberlein. «Herr und Frau Frei wollen aber allenfalls in der Hochsaison ein oder zwei Zimmer für das Personal nutzen.»

Auch dass die Kirchenpflege ursprünglich nur pro forma nach Kaufinteressenten gesucht hat, weist Heberlein zurück. Man habe aber explizit Mitglieder der Kirchengemeinde als Käufer gesucht.

Infoveranstaltung zum Verein IG Küsnachterhuus am 14. November um 19 Uhr an der Zürichstrasse 145, Küsnacht.

Erstellt: 05.11.2018, 18:00 Uhr

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