Bezirksgericht Meilen

Zwei Jugendliche wegen versuchter Tötung schuldig gesprochen

Wegen ein wenig Geld sind drei junge Männer mit Baseballschlägern auf einen 20-Jährigen losgegangen. Ihnen wird versuchte Tötung vorgeworfen. Zwei Täter standen nun in Meilen vor Gericht.

Drei Jugendliche haben einen 20-Jährigen mit Baseballschlägern angegriffen. Ein damals 15- und ein 16-Jähriger mussten sich darum kürzlich vor dem Jugendgericht Meilen verantworten.

Drei Jugendliche haben einen 20-Jährigen mit Baseballschlägern angegriffen. Ein damals 15- und ein 16-Jähriger mussten sich darum kürzlich vor dem Jugendgericht Meilen verantworten. Bild: Archiv Manuela Matt

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Dass Jugendliche andere junge Leute angreifen, um an Betäubungsmittel und Geld zu kommen, war schon im letzten Jahrtausend verbreitet. Doch was sich drei Jugendliche vor einigen Jahren geleistet haben, ist so brutal, dass die Staatsanwaltschaft von versuchter Tötung ausgeht. Mit Baseballschlägern haben sie auf ihr Opfer eingeschlagen, auch gegen den Kopf. Der Haupttäter wohnt ausserhalb des Kantons Zürich, die beiden anderen im Bezirk Meilen.

Die Verhandlung vor zwei Wochen, wie auch die Urteilseröffnung am Montag haben unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hat. Alle Angaben basieren darum auf einer Medienmitteilung des Bezirksgerichts Meilen. Diese enthält kaum Angaben über Tatort und Täter. Offen bleibt, wo genau die brutale Tat passiert ist. Da die Jugendanwaltschaft Limattal/Albis die Untersuchung geführt hat, kann man aber davon ausgehen, dass der Tatort in den Bezirken Dietikon, Affoltern oder Horgen liegt.

Der Geschädigte sagte, er habe bloss 20 Franken dabei. Daraufhin schlug einer mit dem Baseballschläger gegen sein Knie.

Mehr ist in der Medienmitteilung über die Tat und die Verhandlung zu erfahren. Der Angriff ist unbestritten. Die drei Beschuldigten haben spontan den Entschluss gefasst, den 20-Jährigen auszunehmen, den sie erst seit kurzem kannten. Sie wollten Bargeld und Betäubungsmittel stehlen. Aus einem Versteck holten sie zwei Baseballschläger. Diese lagen dort, weil sie für den Fall einer Auseinandersetzung mit anderen Banden deponiert wurden.

Brutales Vorgehen

Die Täter bedrängten ihr Opfer und forderten die Wertsachen ein, da sie es sonst «verschleifen» würden. Der Geschädigte sagte, er habe bloss 20 Franken dabei. Daraufhin schlug einer mit dem Baseballschläger gegen sein Knie. Der Haupttäter, dessen Verhandlung nicht in Meilen stattgefunden hatte, hat dann mit voller Wucht die Tatwaffe gegen den Kopf des Opfers geschlagen. Das Opfer fiel auf den Boden, wo es erneut gegen die Beine geschlagen wurde. Als sich der Geschädigte erheben wollte, trat ihm einer der Beschuldigten gegen den Brustkorb.

Die Täter nahmen Portemonnaie, Mobiltelefon und einen Sack mit Medikamenten an sich und flüchteten. Das Opfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Oberkieferbruch und einen Bruch der linken Augenhöhle. Lebensgefährlich waren die Verletzungen nicht. Doch die Jugendanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, den Tod des Opfers inkauf genommen zu haben.

Selber schockiert

Vor Gericht bestritten die Beschuldigten jegliche Tötungsabsicht. Sie hätten bewusst nicht auf den Kopf des Geschädigten eingeschlagen. Die Schläge des Haupttäters hätten sie schockiert, betonten die Beiden. Das Jugendgericht verurteilt die Mittäter dennoch wegen versuchter eventualvorsätzlicher Tötung. Sie hätten nach den Schlägen gegen den Kopf erheblich auf das Opfer eingewirkt. Dadurch seien tödliche Verletzungen möglich gewesen, auch wenn nicht beabsichtigt. Zusätzlich werden die Beiden wegen Raub verurteilt.

Der damals 15-Jähirge kassiert eine bedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten, der 16-Jährige 25 Monate, wobei er nur drei Monate absitzen muss. Durch Untersuchungshaft und eine vorsorgliche Massnahme hat er den unbedingten Teil seiner Strafe schon hinter sich. Auf weitere Massnahmen wird verzichtet. Das Gericht weist darauf hin, dass die Verfahrensdauer ungewöhnlich lang war. Die nach der Tat angeordeneten jugendrechtlichen Massnahmen seien bereits abgeschlossen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Erstellt: 18.12.2018, 15:44 Uhr

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