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Zürich-Marathon kommt Gemeindewahlen in die Quere

Der 15. Zürich-Marathon ist Geschichte. Das Datum der 16. Auflage überschneidet sich nun mit den Behördenwahlen im Bezirk. Diese Konstellation ruft die Gemeinde Herrliberg auf den Plan.

Eine grosse Gruppe von Gemeindevertretern nahm am Wochenende am Zürich-Marathon teil.
Eine grosse Gruppe von Gemeindevertretern nahm am Wochenende am Zürich-Marathon teil.
zvg

Wer in einem Jahr an den Behördenwahlen der Bezirksgemeinden in den Gemeinderat, in die Schulpflege, Rechnungsprüfungskommission und Kirchenpflege für die Amtsdauer von vier Jahren gewählt wird, entscheidet sich im Bezirk am 22. April 2018.Haben sich alle Gemeinden auf dieses Datum festgelegt? Nein, Herrliberg hat den Termin für seinen Urnengang noch offengelassen.

Zunächst galt es abzuklären, an welchem Sonntag im April denn der nächste Zürich-Marathon über die Bühne gehen würde. Und siehe da: Die Macher des Grossanlasses legten sich auf exakt denselben Tag fest. Wegen den Behördenwahlen weicht der Zürich-Marathon nicht aus, obwohl die Strecke entlang des rechten Ufers bis Meilen und zurückführt. Die Gemeinde Herrliberg ist jedoch berechtigt, ihren Wahltermin nach dem Rennen über 42,195 km auszurichten.

Wahrscheinlich am 15. April

«Der Gemeinderat hat den Termin unserer Behördenwahlen noch nicht beschlossen, weil es nicht dringend ist», sagt der Herrliberger Gemeindeschreiber Pius Rüdisüli. Er findet es schade, dass der Zürich Marathon und die Wahlen im nächsten Jahr gleichentags stattfinden. Ein sportlicher und ein politischer Grossanlass sollten seiner Meinung nach zeitlich nicht zusammenfallen. Gleiches gilt für ihn auch für Fussball und politische Versammlungen. «Spielt die Schweizer Nati an der WM, schauen wir, dass am selben Abend nicht auch noch die Gemeindeversammlung durchgeführt wird.»

  «Ein sportlicher und ein politischer Grossanlass sollten meiner Meinung nach nicht zusammenfallen.»

Pius Rüdisüli, Gmeindeschreiber in Herrliberg

Es zeichnet sich ab: Herrliberg weicht 2018 dem 22. April als Wahlsonntag aus. Wann genau die Stimmzettel abgegeben werden, will der Gemeinderat noch vor den Sommerferien bekanntgeben. Voraussichtlich wird dies eine Woche vor dem Zürich-Marathon, also am 15. April, der Fall sein.

Rüdisüli begründet das Vorgehen der Exekutive nochmals mit dem Umstand, dass es sich um autonome Wahlen handelt. «Etwas Anderes wäre es, wenn Kantonsratswahlen anstehen würden oder über eine überkommunale Sachvorlage abgestimmt würde.» An den Terminen solcher Urnengänge gebe es nichts zu rütteln. Auch nimmt er nicht an, dass nun weitere Seegemeinden am rechten Ufer es den Herrlibergern gleichtun und wegen des Zürich-Marathon den Wahlgang verschieben. Offen sind allerdings noch die neuen Bestimmungen des Kantons über den Amtsdauerbeginn, was zusätzlich einen Einfluss auf den Wahltermin haben könnte.

Rekordzahl im Teamrun

Fest steht, Herrliberg und der Zürich-Marathon passen bestens zusammen. Ein Teil der Behördenvertreter nimmt zusammen mit Gleichgesinnten aus der Bevölkerung regelmässig am Härtetest im Ausdauersport teil. Zwar nicht als Einzelläufer, aber im beliebten Teamrun. Am vergangenen Sonntag kam es sogar zu einer Rekordbeteiligung mit zehn Teams à vier Läuferinnen oder Läufer. Die Schlussläufer sind alle ins Ziel gekommen, die 40 Teilnehmer erhielten allesamt ein «Finisher»-Diplom. Gefeiert wird das noch in dieser Woche mit einem gemeinsamen Umtrunk mit Spaghetti-Plausch.

Wie alles angefangen hat, wie der Teamrun in den Amtsstuben der Region Anklang gefunden hat, gibt Rüdisüli in einer Anekdote zum Besten. Demnach formierte sich vor sieben Jahren, bei der Premiere des Staffelwettbewerbes, ein Team namens «Ein König und drei Schreiber». Mit dabei war sein Meilemer Amtskollege Didier Mayenzet. Der Dritte im Bunde, Erlenbachs Gemeindeschreiber Hans Wyler, fiel krankheitshalber aus. Für ihn sprang Thomas Krauer, Leiter Tiefbau in Zumikon, ein. Die Königsrolle fiel Hans Isler, damals in Meilen Gemeindepräsident, zu. Die Teilnahme des Quartetts wurde gross angekündigt, und als Isler in Meilen einlief, empfing ihn eine Vielzahl von applaudierenden Zuschauern. Es ist verbrieft, der König habe sich vor dem Volk verneigt.

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