Zürichsee

ZSG richtet schwimmende Bücherecke ein

Am Sonntag startet die Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft in die neue Saison. Auf den Schiffen dürfen sich immer mehr Firmen mit ihren Angeboten präsentieren. Die ZSG wehrt sich dagegen, eine Werbeflotte zu sein.

Die Sommersaison der ZSG startet am Sonntag, 7. April.

Die Sommersaison der ZSG startet am Sonntag, 7. April. Bild: Urs Jaudas

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Für viele ist eine Schifffahrt Entspannung pur: Den Blick in die Ferne schweifen lassen, die Möwen beim Flug über das Wasser beobachten oder einfach den Wellenschlag auf sich wirken lassen.

Auf dem Motorschiff «Linth» der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) könnte sich das bald ändern. Das Unternehmen will ab Mitte April auch jenen Gästen etwas bieten, die nicht nur Richtung Wasser blicken wollen. Im Oberdeck richtet man für die 1. Klass-Passagiere ein Bücherregal ein. Romane, Bildbände und Bilderbücher, aber auch Tageszeitungen und Magazine seien darin platziert. «Wir möchten einen Mehrwert für die 1. Klasse schaffen und unseren Gästen ein noch schöneres und unterhaltsameres Erlebnis an Bord bieten», wird ZSG-Direktor Roman Knecht in einer Mitteilung zitiert.

Die Bücher werden quartalsweise ausgewechselt und den Jahreszeiten angepasst. Im Frühling und Sommer gebe es leichtere Kost, gegen Herbst soll dann auch einmal ein Krimi im Regal stehen, heisst es vom Bücherlieferanten Orell-Füssli.

Kein Einzelfall

Das Beispiel des Bücherregals des Buchhändlergiganten zeigt exemplarisch, wohin die Reise bei der ZSG geht. Mit immer mehr Firmen geht die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft Kooperationen ein. Im Gegenzug dürfen sich die Firmen den Fahrgästen auf den Schiffen präsentieren. Im vergangenen Jahr kooperierte man für ein Näh-Schiff mit einem Nähmaschinenhersteller, Anfang Jahr sponserte eine Bank für zwei Nachmittage einen «Coworking-Space» und zum Saisonstart am kommenden Sonntag wird auf dem Dampfschiff «Stadt Rapperswil» die Kunst des Bibermodell-Schnitzens präsentiert. Die Biberli-Manufaktur darf auf den übrigen Rundfahrten am Sonntag dann auch noch Mini-Lebkuchen verteilen.

Wie viel die Kooperationen der ZSG einbringen, will das Unternehmen nicht kommentieren. Klar ist aber: Weil die ZSG ihren Kostendeckungsgrad erhöhen muss, steht sie seit der Abschaffung des Schiffzuschlages im vergangenen Jahr unter finanzpolitischer Beobachtung und versucht die Einnahmen stets zu erhöhen. Mit der Finanzlage hätten die Kooperationen wenig zu tun, widerspricht ZSG-Sprecherin Wiebke Sander: «Bei den Kooperationen stehen nicht die Einnahmen im Fokus, vielmehr möchten wir das Schiffserlebnis bereichern und ergänzen.»

Vielfältiges Angebot

Nebst den neuen Angeboten, passt die ZSG für die Sommersaison die bis zum 20. Oktober dauert, auch ihr Portfolio der sogenannten Traumschiffe an. Gestrichen werden das Disco-Schiff und das Tavolata-Schiff, dafür will man das Publikum auf ein Musikschiff mit den «besten Hits der 1990er und 2000er Jahre» locken. Im Angebot bleiben das «Noche de Cuba-Schiff» oder das Silent-Party-Schiff.

Auch bei den Kulinarik-Fahrten optimiert die ZSG das Angebot. Auf den Rundfahrten wird das Grundangebot um eine monatlich wechselnde Themenkarte ergänzt. Das abendliche Burger-Schiff und die Barbecue-Fahrten werden um vegetarische Optionen erweitert.

Auch am nur alle drei Jahre stattfindenden Züri-Fäscht Anfang Juli will das Schifffahrtsunternehmen verschiedene kulinarische Abendfahrten inklusive Aussicht auf die Feuerwerke anbieten. Eine Änderung gibt es allerdings auch dabei: Neu verkehren diese Züri-Fäscht Schiffe alle ab Stationen in der Stadt Zürich und nicht mehr wie früher auch aus den Seegemeinden wie Küsnacht, Erlenbach oder Thalwil. «Dies ist dem Wunsch der Kunden geschuldet, möglichst zentral – also nahe am Festgeschehen - ein- und aussteigen zu können», sagt Sprecherin Wiebke Sander. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.04.2019, 16:55 Uhr

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