Hornverbot

ZSG zeigt sich nach Rückzug der Anzeigen erleichtert

Der Stäfner Anwohner beharrt nicht mehr auf seinen Anzeigen gegen zwei ZSG-Kapitäne. Die Erleichterung bei der Schifffahrtsgesellschaft ist gross – doch ganz abgeschlossen sind die Verfahren wegen missbräuchlichen Hornens noch nicht.

Sechs Anzeigen wurden von einem Stäfner im August gegen ZSG-Kapitäne wegen missbräuchlichen Hornens erstattet. Diese wurden nun zurückgezogen.

Sechs Anzeigen wurden von einem Stäfner im August gegen ZSG-Kapitäne wegen missbräuchlichen Hornens erstattet. Diese wurden nun zurückgezogen. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nun hat auch das Statthalteramt Meilen den Rückzug der Anzeigen wegen missbräuchlichen Hornens bestätigt. Ein Stäfner Anwohner hatte sechs Anzeigen gegen Kapitäne der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) erstattet.

«Offiziell bezeichnet man es nicht als zurückziehen der Anzeige, aber er hat uns gegenüber den Wunsch geäussert, dass die Kapitäne nicht bestraft werden», sagt Patrizia Merotto, Statthalterin des Bezirks Meilen. Da es sich um ein Offizialdelikt handle, prüfe sie nun ob ein Verstoss gegen die Binnenschifffahrtsverordnung vorliegt. Dies wäre bei missbräuchlichem Hornen der Fall. «Ist dies nicht so stellen wir die Verfahren ein.»Erleichterung herrscht bei der ZSG. «Nicht nur die von den Anzeigen betroffenen Schiffsführer und Kapitäne, alle Mitarbeiter sind erleichtert», schildert Mediensprecherin Wiebke Sander die Stimmung. Der Druck sei nun etwas raus. «Wir werden abwarten, was vonseiten des Statthalteramtes noch kommt», sagt Sander. Wenn die Verfahren eingestellt würden, könnten die Schiffsführer wieder befreiter ihrer Arbeit nachgehen.

Weiterhin kein Hornenbeim An- und Ablegen

Sander betont, dass das Hornen in keinem Fall eine Provokation gewesen sei. Der Anzeigenerstatter hatte im Tagesanzeiger zwei ZSG-Kapitänen unterstellt, einen Privatkrieg gegen ihn zu führen. «Besteht eine Gefahrensituation ist der Schiffsführer verpflichtet zu hornen», stellt Sander klar. «Wenn etwas passieren würde, wäre die erste Frage, ob der Schiffsführer gehornt hat.» Sicherheit gehe immer vor.

Entsprechend ändert sich in Bezug auf die Frage, wann auf dem Zürichsee gehornt wird, nichts – auch vor der Stäfner Schiffstation, wo der Anwohner lebt, nicht. Das Hornen, welches bis letzten Sommer beim An- und Ablegen üblich war, war nicht Gegenstand besagter Anzeigen. «Dieses kurze Hornen wird es nicht wieder geben, unsere Schiffsführer geben ausschliesslich die gesetzlich vorgeschriebenen Schallsignale ab», erklärt Wiebke Sander. Der traditionelle Gruss beim Anfahren und Verlassen der Station ist in der Binnenschifffahrtsverordnung nicht vorgesehen. Der Stäfner, welcher die Anzeigen eingereicht hatte, hatte durch eine Nachfrage beim BAV ein faktisches Verbot des viertelsekündlichen Hornens auf dem Zürichsee erwirkt.

Zu den Gründen, weswegen der Stäfner die Anzeigen wegen des missbräuchlichen Hornens fallen gelassen hat, war nichts zu erfahren: Der Mann war bislang für die ZSZ nicht erreichbar. Überrascht wurde auch die ZSG vom Rückzug der Anzeigen. «Es freut uns natürlich, aber Gespräche zwischen dem Anwohner und uns haben nicht stattgefunden», sagt Sander. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.10.2018, 16:47 Uhr

Artikel zum Thema

Horngegner zieht Anzeigen zurück

Zürichsee Überraschende Wende im Schiffshorn-Streit: Sechs Anzeigen wurden von einem Stäfner gegen ZSG-Kapitäne wegen missbräuchlichen Hornens erstattet. Nun dürfte der Spuk ums Hornen ein Ende haben. Mehr...

Die Empörung muss Grenzen haben

Leitartikel Wenn der Internet-Zorn auszuufern droht: ZSZ-Reporter Pascal Jäggi über die teils grenzwertigen Reaktionen zum Stäfner Horn-Gegner in den sozialen Medien. Mehr...

Anwohner zeigt Kapitäne wegen Hornsignalen an

Zürichsee Die Affäre um das Hornverbot auf dem Zürichsee nimmt wieder an Brisanz zu. Der Anwohner, der das Verbot bewirkt hat, geht nun mit Anzeigen gegen Schiffskapitäne vor. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!