Zollikon/Tiefenbrunnen

Zollikon wehrt sich gegen die Schliessung des Bahnschalters in Tiefenbrunnen

Die SBB wollen per 1. Juli den Schalter in Tiefenbrunnen aufheben, weil er nicht mehr rentiert. Der Quartierverein Riesbach, der eine Petition gegen diesen Entscheid lanciert hat, erhält nun Unterstützung vom Zolliker Gemeinderat.

Der Zolliker Gemeinderat beschäftigt sich zurzeit mit den Abbauplänen der SBB. Er interveniert gegen entsprechende Absichten in der unmittelbaren Nachbarschaft – beim Bahnhof Tiefenbrunnen.

Der Zolliker Gemeinderat beschäftigt sich zurzeit mit den Abbauplänen der SBB. Er interveniert gegen entsprechende Absichten in der unmittelbaren Nachbarschaft – beim Bahnhof Tiefenbrunnen. Bild: Archiv Melanie Duchene

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Über 1000 Unterschriften hat der Quartierverein Riesbach gegen die Schliessung des bedienten Schalters beim Bahnhof Tiefenbrunnen gesammelt. Die Verkaufsstelle soll per 1. Juli aufgehoben werden. Die Petition haben nicht nur Zürcher unterschrieben, sondern auch viele Zolli­ker. So sei eine Unterschriftensammlung am Zolli­ker Märt auf starkes Interesse gestossen, sagt Marina Albasini vom Quartierverein Riesbach. Man habe am Märt festgestellt, dass die Zolli­ker vom Entscheid nichts gewusst­ hätten, aber stark mit­betroffen seien und den Schritt nicht goutieren würden.

Der Zolliker Gemeinderat bestätigt dies auf Anfrage. Man habe durch den Quartierverein und leider nicht direkt durch die SBB von der bevorstehenden Schliessung erfahren, sagt Gemeindeschreiberin Regula Bach. Es sei unverständlich, dass die SBB es nicht einmal für nötig gehalten hätten, die Gemeinde Zolli­kon vorgängig über das Vorhaben zu informieren. «Der Gemeinderat wird sich bei den SBB gegen die geplante Schliessung aussprechen.»

Mehr Umtriebe für Zolliker

Gemeindepräsidentin Katha­rina Kull-Benz (FDP) hebt zudem die Bedeutung des Bahnschalters in der unmittelbaren Nachbarschaft hervor: «Für uns Zolli­ke­rin­nen und Zolli­ker hat der Bahnhof Tiefenbrunnen eine sehr wichtige Funktion, weil wir am eigenen Bahnhof in Zolli­kon und an der Forchbahnhaltestelle in Zollikerberg keine Billette mehr kaufen können.» Werde der Schalter in Tiefenbrunnen nun auch noch geschlossen, müssten Bahnreisende aus Zolli­kon, die eine Beratung bräuchten, nach Küs­nacht oder nach Zürich-Stadelhofen reisen. Das sei mit erheblichen Umtrieben verbunden.

Für die SBB hingegen ist der Schritt unvermeidlich. «Wir rea­gie­ren auf die deutlich abnehmende Nachfrage nach bedientem Verkauf», sagt Medien­sprecher Daniele Pallecchi. Der Umsatz sei im vergangenen Jahr um 11 Prozent zurückgegangen, 2016 gar um 21 Prozent. Das führe zu einem jährlichen Verlust im sechsstelligen Bereich.

Der Schalter in Tiefenbrunnen ist nicht der einzige am rechten See­ufer, der der sinkenden Nachfrage zum Opfer fällt: Eben erst ist bekannt worden, dass aus denselben Gründen auch der Schalter in Erlenbach gestrichen wird, aller­dings erst per 1. Oktober. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.06.2018, 16:08 Uhr

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