Zollikon

Zolliker segnen ihre Jahresrechnung einstimmig ab

Die Gemeindeversammlung sagte Ja zu einer Jahresrechnung, die mit einem satten Plus schliesst. Trotzdem gab es auch kritische Stimmen.

Trotz einem guten Ergebnis bei der Rechnung 2018 sind die Finanzen in Zollikon weiterhin ein heikles Thema.

Trotz einem guten Ergebnis bei der Rechnung 2018 sind die Finanzen in Zollikon weiterhin ein heikles Thema. Bild: Archiv ZSZ

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Einstimmig Ja sagte die Zolliker Gemeindeversammlung sowohl zur Jahresrechnung der politischen Gemeinde als auch zu derjenigen der Netzanstalt Zollikon. Finanzvorsteherin Sylvie Sieger (FDP) konnte den 91 Stimmberechtigten, die am Mittwochabend den Weg in den Gemeindesaal gefunden hatten, ein sattes Plus von 9,4 Millionen Franken präsentieren. Dies bei einem Ertrag von 181, 4 und einem Aufwand von 172 Millionen Franken. Budgetiert war ein Minus von 1,1 Millionen.

«Die Rechnung ist sehr gut ausgefallen, sie ist aber auch erklärungsbedürftig», sagte Sieger. So führte sie aus, dass das positive Ergebnis zu einem beträchtlichen Teil auf Sondereffekte zurückzuführen ist und zog dabei einen Vergleich zum Jassen. «Wir hatten gute Karten, wir haben gut gearbeitet, aber wir hatten auch einige Joker, mit denen wir nicht gerechnet hatten.» Als Beispiele nannte sie einen Nachlass von fast einer Million und den Verkauf des Kindergartens Unterhueb, der 1,2 Millionen Franken einbrachte.

Einbruch bei ordentlichen Steuern

Fast noch stärker kam die Finanzvorsteherin auf die negativen Aspekte zu sprechen. Etwa darauf, dass die Investitionen 1,6 Millionen über Budget lagen. Zudem warf sie einen Blick auf die ordentlichen Steuern 2018. «Was uns nicht so gefällt, ist dass die Steuereinnahmen im Vergleich zu 2017 tiefer sind und das trotz einer Steuererhöhung», spielte sie auf die Steuerfusserhöhung um drei Prozentpunkte an. «Wir können es nicht erklären und das ist leicht beunruhigend.» Vor allem die Steuereinnahmen aus den Vorjahren führten allerdings dazu, dass die Steuern insgesamt um 5,6 Millionen Franken besser ausfielen als budgetiert.

Aber auch die grössten Ausgabeposten wurden an diesem Abend zum Thema. Einer davon war die Schule, die ihr Budget um fast eine Million überschritten hat. Schulpräsidentin Corinne Hoss (FDP) bezeichnete die steigenden Schülerzahlen, den Lehrplan 21 und die IT sowie die integrierte Sonderschulung in Regelklassen als die drei grössten Kostentreiber der letzten drei Jahren. Zudem wies sie auf die Problematik hin, dass das Rechnungs- und das Schuljahr nicht übereinstimmen und so die Budgetierung erschweren.

Kein Liegestuhlmodus

Abschliessend wies Sieger auf kommende Investitionen hin. Ihr Fazit: «Es war ein super Jahr, aber in den Liegestuhlmodus können wir nicht verfallen.» Ein Ball, den Viktor Sauter (FDP), Präsident der Rechnungsprüfungskommission, in der Folge aufnahm. «Angesichts der Projekte und des Finanzbedarfs, der auf uns zukommt, müssen wir den Gemeinderat in seinen Legislaturzielen unterstützen», sagte Sauter. Damit spielte er vor allem auf die Ausgabendisziplin an.

Als Kostenpunkte stehen unter anderem der Bau des Betreuungshauses Zollikerberg, voraussichtlich die Sanierung des Schwimmbades Fohrbach und die Rückzahlung eines 50-Millionen-Kredits an. Für SVP-Präsident Thomas Gugler Grund genug vor «dunklen Wolken» über Zollikon zu warnen. Trotz der mahnenden Worte gab es keine weiteren Diskussionsbeiträge und Gemeindepräsident Sascha Ullmann (GLP) konnte die Versammlung nach gut einer Stunde beschliessen.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.06.2019, 00:23 Uhr

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